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Bayern und Kroatien wollen Pipeline von Krk schneller voranbringen

Von Kroatien News Redaktion·02. Oktober 2026 um 18:23

Bayern und Kroatien wollen Pipeline von Krk schneller voranbringen

Bayern und Kroatien wollen den geplanten Ausbau einer Energieverbindung von der kroatischen Insel Krk nach Bayern deutlich beschleunigen. Bei einem Treffen in Zagreb sprachen sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der kroatische Regierungschef Andrej Plenković dafür aus, bei dem seit Jahren geplanten Projekt mehr Tempo zu machen.

Geplant ist eine Pipeline, über die Energie von Kroatien über Slowenien und Österreich bis nach Bayern transportiert werden könnte. Dabei geht es nicht nur um Erdgas, sondern langfristig auch um Wasserstoff.

Söder fordert mehr Tempo in Europa

Söder betonte, dass Europa bei der Energieversorgung schneller vorankommen müsse. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Transportkorridor müssten deutlich beschleunigt werden.

Bayern wolle sich dafür sowohl in Berlin als auch in Brüssel einsetzen. Das Projekt müsse zu einem Vorhaben mit besonderer Priorität werden.

Auch Plenković kündigte weitere Gespräche mit Slowenien und Österreich an. Nach den bisherigen Vorstellungen könnte die Pipeline innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre auf den Weg gebracht werden.

Krk soll zum wichtigen Energie-Drehkreuz werden

Eine zentrale Rolle spielt dabei das LNG-Terminal auf der Insel Krk. Dort wird importiertes Flüssiggas wieder in gasförmigen Zustand umgewandelt und anschließend in das kroatische Gasnetz eingespeist.

Die Kapazität des Terminals wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Nach Angaben von Plenković kann das Terminal inzwischen 6,1 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr verarbeiten. Zuvor lag die Kapazität bei 2,9 Milliarden Kubikmetern.

Der kroatische Erdgasbedarf liegt nach Angaben der Regierung bei rund 2,7 Milliarden Kubikmetern jährlich. Damit steht rechnerisch ein erheblicher Teil der Kapazität für die Versorgung anderer Länder zur Verfügung.

Über eine neue beziehungsweise ausgebaute Transportverbindung könnte dieses Gas künftig weiter nach Norden gelangen.

Auch Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle

Das Projekt soll allerdings nicht ausschließlich auf Erdgas ausgerichtet sein. Die Infrastruktur rund um Krk soll langfristig auch für den Transport von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien genutzt werden können.

Damit könnte die Verbindung zwischen Kroatien, Slowenien, Österreich und Bayern langfristig eine größere Rolle bei der europäischen Energieversorgung spielen.

Bereits 2022 hatten Kroatien, Bayern und Österreich ihre Zusammenarbeit bei dem Vorhaben bekräftigt. Damals wurde das Ziel formuliert, Krk zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Energieversorgung Europas zu entwickeln.


Kroatien will seine Energieinfrastruktur weiter ausbauen

Für Kroatien bietet das Projekt die Möglichkeit, die eigene Position als Energie-Drehkreuz in Südosteuropa weiter auszubauen. Gleichzeitig könnte Bayern über einen zusätzlichen Transportweg Zugang zu Energie aus dem Süden Europas erhalten.

Der Ausbau würde damit nicht nur die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Kroatien und Bayern stärken, sondern auch eine Verbindung zwischen mehreren europäischen Ländern schaffen.

Bis das Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann, sind allerdings noch weitere Planungs- und Abstimmungsschritte notwendig. Besonders die Zusammenarbeit mit Slowenien und Österreich sowie die europäischen Genehmigungs- und Transportfragen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Foto: Screenshot / Regierung der Republik Kroatien

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