Dichter Rauch aus Bosnien und Herzegowina legt sich über Dalmatien – Behörden warnen vor belasteter Luft
Von Kroatien News Redaktion·06. September 2026 um 17:30

Dalmatien – Dichter Rauch hat am Sonntag weite Teile Dalmatiens erreicht und für eine deutlich eingeschränkte Sicht sowie eine spürbare Verschlechterung der Luftqualität gesorgt. Betroffen sind insbesondere Gebiete in der Gespanschaft Split-Dalmatien. Auch auf mehreren dalmatinischen Inseln war die Rauchentwicklung zu beobachten.
Nach Angaben von Morski.hr stammt der Rauch von Bränden im benachbarten Bosnien und Herzegowina. Durch die aktuellen Wetter- und Windverhältnisse wurde der Rauch über die Grenze in Richtung kroatische Küste getragen und hat sich großflächig über Dalmatien ausgebreitet.
Auf zahlreichen Aufnahmen aus der Region ist eine dichte graue Rauchschicht zu sehen, die das Landschaftsbild erheblich verändert. In einigen Gebieten war zudem deutlicher Brandgeruch wahrnehmbar.
Deutlich erhöhte Feinstaubbelastung
Die Rauchentwicklung wirkt sich auch messbar auf die Luftqualität aus. Wie Morski.hr unter Berufung auf das zuständige Gesundheitsamt in Split berichtet, wurden erhöhte Konzentrationen von Feinstaub festgestellt.
Betroffen sind sowohl PM10- als auch PM2,5-Partikel. Gerade die besonders kleinen PM2,5-Partikel können tief in die Atemwege eindringen und bei entsprechender Konzentration gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Die gemessene Luftqualität wurde auf der entsprechenden europäischen Skala mit Werten zwischen 2 und 3 von insgesamt 6 Stufen angegeben. Damit liegt die Belastung über dem normalen Niveau, wird für gesunde Menschen nach Einschätzung der zitierten Experten derzeit jedoch nicht als unmittelbare akute Gesundheitsgefahr eingestuft.
Die Situation sollte dennoch aufmerksam beobachtet werden, da sich die Konzentration der Schadstoffe abhängig von Wind und Wetter innerhalb kurzer Zeit verändern kann.
Besonders empfindliche Menschen sollten vorsichtig sein
Experten raten vor allem empfindlichen Personengruppen zu besonderer Vorsicht. Dazu zählen unter anderem kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit bestehenden Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Auch Menschen mit Asthma oder anderen chronischen Atemwegserkrankungen können empfindlicher auf die erhöhte Feinstaubbelastung reagieren. Bei dichter Rauchentwicklung sollte der Aufenthalt im Freien deshalb möglichst eingeschränkt werden. Von intensiver körperlicher Anstrengung im Freien wird ebenfalls abgeraten.
Wer sich dennoch längere Zeit draußen aufhalten muss, sollte die aktuelle Luftqualität berücksichtigen und bei starker Rauchbelastung entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.
Ursache sind Brände in Bosnien und Herzegowina
Die Ursache der Rauchentwicklung liegt nach den vorliegenden Informationen in mehreren Bränden in Bosnien und Herzegowina. Dort kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen Feuer in verschiedenen Regionen. Teilweise erschweren schwieriges Gelände und die Wetterbedingungen die Löscharbeiten.
Wie Morski.hr berichtet, hat Kroatien Unterstützung bei der Brandbekämpfung angeboten. Unter anderem sollen kroatische Canadair-Löschflugzeuge bei den Löscharbeiten in Bosnien und Herzegowina eingesetzt werden.
Die grenzüberschreitende Rauchentwicklung zeigt dabei, wie schnell sich die Auswirkungen größerer Wald- und Vegetationsbrände über weite Entfernungen ausbreiten können.
Situation wird weiter beobachtet
Die zuständigen kroatischen Behörden beobachten die Entwicklung der Luftqualität und die Ausbreitung der Rauchwolke weiter. Entscheidend für die kommenden Stunden wird vor allem die weitere Entwicklung der Windverhältnisse sein. Eine Änderung der Windrichtung könnte dazu führen, dass sich die Rauchbelastung in einigen Gebieten rasch verringert oder in andere Regionen verlagert.
Für die Bevölkerung besteht nach derzeitiger Einschätzung kein Grund zur Panik. Dennoch empfehlen die Experten, die aktuelle Luftqualität im Auge zu behalten und bei deutlich wahrnehmbarem Rauch insbesondere empfindliche Personen zu schützen.
Wie sich die Situation im weiteren Tagesverlauf entwickelt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Brände in Bosnien und Herzegowina sowie von den Wetterbedingungen in der Region ab.
Quelle: Morski.hr, Angaben der zuständigen Behörden und Gesundheitsexperten
Foto: Morski.hr



