Kroatien zahlt für Häuser auf dem Land: Eine Million Euro für junge Familien – wichtige Frist endet am 15. Oktober
Von Kroatien News Redaktion·12. Oktober 2026 um 12:13

Junge Familien, die in Kroatien ein Haus auf dem Land kaufen, bauen oder renovieren möchten, können von staatlichen Fördermitteln profitieren. Für das Jahr 2026 hat die kroatische Regierung eine Million Euro für ein entsprechendes Förderprogramm bereitgestellt. Doch es gibt eine wichtige Besonderheit: Bis zum 15. Oktober müssen sich nicht die Familien selbst, sondern die teilnahmeberechtigten Städte und Gemeinden beim Staat bewerben. Für junge Familien kommt es deshalb darauf an, ob ihre Gemeinde am Programm teilnimmt und eine eigene Wohnbauförderung anbietet.
Eine Million Euro für das Wohnen in ländlichen Regionen Kroatiens
Mit dem Programm zur Verbesserung der Wohnbedingungen junger Familien in ländlichen Gebieten will die kroatische Regierung mehr Menschen dazu bewegen, dauerhaft auf dem Land zu leben. Gleichzeitig soll die Maßnahme dem Bevölkerungsschwund entgegenwirken und die wirtschaftliche Entwicklung kleinerer Gemeinden unterstützen.
Die Förderung ist für den Kauf, den Bau oder die Rekonstruktion eines Wohnhauses vorgesehen. Besonders berücksichtigt werden sollen junge Landwirte, die sich in ländlichen Regionen eine Existenz aufbauen und dort langfristig leben möchten.
Für die Umsetzung des Programms im Jahr 2026 stehen im kroatischen Staatshaushalt insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Landwirtschaftsminister David Vlajčić bezeichnete die Maßnahme als einen wichtigen Bestandteil der demografischen Erneuerung des Landes.
Wer kann die Förderung bekommen?
Die unmittelbaren Empfänger der staatlichen Fördermittel sind Städte und Gemeinden mit weniger als 6.000 Einwohnern. Maßgeblich ist dabei die kroatische Volkszählung aus dem Jahr 2021.
Voraussetzung ist außerdem, dass die jeweilige Kommune für das Jahr 2026 eigene finanzielle Mittel zur Wohnraumförderung junger Familien vorgesehen und ein entsprechendes Förderprogramm beschlossen hat.
Für Familien bedeutet das: Sie können die staatliche Förderung nicht einfach direkt bei einem Ministerium beantragen. Zunächst müssen sie sich nach dem lokalen Förderprogramm ihrer Stadt oder Gemeinde richten. Erst wenn die Kommune am staatlichen Programm teilnimmt und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kann eine zusätzliche Finanzierung aus Zagreb infrage kommen.
Junge Landwirte können besonders profitieren
Besonders interessant ist das Programm für junge Menschen in der Landwirtschaft. Für bestimmte begünstigte Antragsteller kann die staatliche Unterstützung 100 Prozent der Förderung betragen, die sie bereits von ihrer Gemeinde oder Stadt erhalten haben.
Dafür müssen sie unter anderem seit mindestens einem Jahr vor der Antragstellung im kroatischen Landwirtschaftsregister beziehungsweise im Register landwirtschaftlicher Familienbetriebe eingetragen sein. Außerdem dürfen sie im Jahr der Antragstellung nicht älter als 40 Jahre sein und müssen die weiteren Voraussetzungen des Programms erfüllen.
Vereinfacht gesagt: Erhält eine berechtigte junge Familie von ihrer Gemeinde eine Förderung und erfüllt sie zusätzlich die Bedingungen für die staatliche Unterstützung, kann der Staat den kommunalen Förderbetrag vollständig ergänzen. Dadurch kann sich die Unterstützung für den Wohnraum rechnerisch verdoppeln.
Für andere junge Familien ist ebenfalls eine Förderung möglich. Die staatlichen Mittel können jedoch anteilig gekürzt werden, wenn die Zahl der berechtigten Anträge die verfügbaren Gelder übersteigt.
Bereits 682 Familien erhielten im Vorjahr Unterstützung
Dass solche Programme in Kroatien tatsächlich genutzt werden, zeigen die Zahlen aus dem Vorjahr. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums profitierten 2025 insgesamt 682 junge Familien in 88 Städten und Gemeinden von der Unterstützung.
Die Maßnahme ist damit nicht nur ein theoretisches Förderinstrument, sondern wird bereits in zahlreichen ländlichen Regionen umgesetzt. Sie soll jungen Menschen helfen, ihre Wohnsituation zu verbessern, und zugleich verhindern, dass kleinere Orte weiter Einwohner verlieren.
Was Interessierte jetzt beachten sollten
Die Frist am 15. Oktober 2026 betrifft die teilnahmeberechtigten Städte und Gemeinden, die beim kroatischen Staat Fördermittel beantragen wollen. Für Familien ist daher entscheidend, ob ihre Kommune ein eigenes Programm anbietet, ob noch Mittel verfügbar sind und welche örtlichen Bedingungen gelten.
Wer in Kroatien ein Haus auf dem Land kaufen, bauen oder renovieren möchte, sollte sich deshalb direkt bei der zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung erkundigen. Dort lässt sich klären, ob ein lokaler Förderaufruf besteht, welche Unterlagen benötigt werden und ob eine zusätzliche staatliche Förderung infrage kommt.
Wichtig: Die Million Euro ist der Gesamtbetrag des kroatischen Förderprogramms für 2026. Es handelt sich nicht um eine pauschale Auszahlung an jede junge Familie. Wie viel Unterstützung im Einzelfall möglich ist, hängt vom kommunalen Programm, der persönlichen Berechtigung und den verfügbaren staatlichen Mitteln ab.
Foto: KI generiertes Symbolbild



