Kroatische Rafale-Kampfjets steigen auf: Passagierflugzeug wegen möglicher Flugzeugentführung abgefangen
Von Kroatien News Redaktion·13. Oktober 2026 um 15:09

Alarm über Kroatien: Ein kroatischer Rafale-Kampfjet hat am Dienstag einen maltesischen Passagierjet abgefangen, der als mögliche Bedrohung eingestuft worden war. Hintergrund war ein Transpondersignal, das auf eine Flugzeugentführung hindeutet.
Über Kroatien ist es am Dienstag zu einem ungewöhnlichen Einsatz der Luftwaffe gekommen. Ein Kampfjet vom Typ Rafale stieg auf, um ein maltesisches Passagierflugzeug zu identifizieren, das von der NATO-Luftüberwachung als mögliche Bedrohung eingestuft worden war. Das kroatische Verteidigungsministerium (MORH) bestätigte den Einsatz und veröffentlichte weitere Einzelheiten.
Transpondercode 7500 löste Alarm aus
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war das Passagierflugzeug auf der Strecke von Griechenland nach Deutschland unterwegs. Informationen des italienischen Command Reporting Center zufolge hatte die Maschine den Transpondercode 7500 aktiviert. Dieser Code steht in der internationalen Luftfahrt für eine Flugzeugentführung.
Daraufhin ordnete das zuständige NATO-Luftoperationszentrum im spanischen Torrejón den Start eines kroatischen Rafale-Kampfjets an. Seine Aufgabe war es, das zivile Flugzeug visuell zu identifizieren und die Situation zu überprüfen.
Rafale identifizierte die Maschine über Korenica
Der kroatische Kampfjet fing das Flugzeug um 11.02 Uhr im Raum Korenica ab. Der Pilot stellte Sichtkontakt her, identifizierte die Maschine und nahm Funkkontakt mit ihr auf.
Anschließend setzte der Rafale seine Luftpatrouille im Gebiet zwischen Rijeka und Delnice fort und begleitete das maltesische Flugzeug aus dem kroatischen Luftraum. Um 11.20 Uhr trat die Passagiermaschine in den slowenischen Luftraum ein.
Ob tatsächlich eine Entführung vorlag oder weshalb der entsprechende Transpondercode aktiviert war, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Die Einstufung als mögliche Bedrohung bedeutete daher nicht automatisch, dass eine tatsächliche Entführung bestätigt war.
Kroatien schützt seinen Luftraum selbst
Das Verteidigungsministerium betonte, dass der Einsatz die Einsatzbereitschaft der kroatischen Piloten und die Fähigkeiten der Rafale-Kampfjets unter Beweis stelle. Kroatien übernimmt seit dem 1. Januar 2026 die Überwachung und den Schutz seines Luftraums im Rahmen des sogenannten Air Policing wieder selbst – mit den eigenen Rafale-Flugzeugen und als Teil des integrierten NATO-Luftverteidigungssystems.
Bei einem solchen Einsatz geht es zunächst darum, ein auffälliges Flugzeug zu identifizieren, Kontakt aufzunehmen und die Lage einzuschätzen. Je nach Situation können weitere Maßnahmen erforderlich werden.
Der Einsatz zeigt, wie schnell die militärische Luftüberwachung reagieren muss, wenn ein ziviles Flugzeug ein Signal sendet, das auf eine mögliche Gefahr hindeutet. Ob es sich in diesem Fall tatsächlich um einen Entführungsversuch handelte, blieb zunächst offen.
Bild: MORH / F. Klen



