Maksimir-Stadion vor überraschender Wende: Plenković stellt Siegerentwurf infrage
Von Kroatien News Redaktion·28. September 2026 um 19:53

Das geplante neue Maksimir-Stadion in Zagreb könnte noch einmal komplett auf den Prüfstand kommen. Ministerpräsident Andrej Plenković hat sich kritisch zum Siegerentwurf des internationalen Architekturwettbewerbs geäußert und deutlich gemacht, dass er mit der ausgewählten Lösung nicht zufrieden ist.
Besonders brisant: Die Regierung prüft nun offenbar, ob der bereits abgeschlossene Wettbewerb rechtlich aufgehoben werden kann. Sollte dies möglich sein, könnte anschließend ein neuer Wettbewerb durchgeführt werden.
Plenković erwartet ein deutlich „neueres“ Maksimir
Plenković erklärte, dass er die Reaktionen auf den Siegerentwurf verfolgt habe und persönlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis sei.
Sein zentraler Kritikpunkt: Das geplante Stadion erinnere seiner Ansicht nach zu stark an das bestehende Maksimir. Er habe sich unter einem neuen Stadion ein Bauwerk vorgestellt, das deutlich stärker als komplett neue Arena wahrgenommen werde.
Gleichzeitig betonte der Ministerpräsident, dass die Auswahl durch die internationale Fachjury respektiert werden müsse. Die Regierung wolle nun jedoch prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, auf das Ergebnis zu reagieren.
Wird der gesamte Wettbewerb aufgehoben?
Genau diese Frage sorgt nun für neue Spannung rund um das Milliardenprojekt.
Nach den Aussagen Plenkovićs soll zunächst geprüft werden, ob der bereits durchgeführte Architekturwettbewerb überhaupt aufgehoben werden kann. Sollte dies rechtlich möglich sein, wäre anschließend auch ein neuer Wettbewerb denkbar.
Dabei könnte es sich möglicherweise um einen sogenannten Einladungswettbewerb handeln, bei dem eine begrenzte Zahl ausgewählter Architekturbüros zur Teilnahme eingeladen wird.
Eine endgültige Entscheidung über eine Aufhebung des bisherigen Wettbewerbs ist allerdings noch nicht gefallen.
88 Entwürfe standen zur Auswahl
Der bisherige Siegerentwurf war das Ergebnis eines internationalen Architekturwettbewerbs, an dem insgesamt 88 Arbeiten eingereicht wurden.
Der ausgewählte Entwurf sieht ein Stadion mit rund 35.000 Zuschauerplätzen vor. Das neue Maksimir soll den jahrzehntealten Stadionkomplex ersetzen und zu einer modernen Fußballarena für Zagreb werden.
Damit steht nun allerdings die grundsätzliche Frage im Raum, ob genau dieses Projekt tatsächlich umgesetzt wird.
Der Entwurf hatte bereits für Diskussionen gesorgt
Schon nach der Präsentation des Siegerprojekts wurde in Zagreb intensiv über das Aussehen des neuen Stadions diskutiert. Insbesondere unter Fußballfans gab es unterschiedliche Reaktionen auf die geplante Architektur.
Während der Entwurf aus einem internationalen und fachlich besetzten Wettbewerb als Sieger hervorging, wurde gleichzeitig öffentlich darüber diskutiert, ob das Ergebnis tatsächlich den Erwartungen an ein komplett neues Maksimir entspricht.
Mit der nun geäußerten Kritik des Ministerpräsidenten bekommt diese Diskussion eine neue Dimension.
Was bedeutet das für den Zeitplan?
Nach den bisherigen Planungen sollte das neue Stadion bis 2029 fertiggestellt werden. Vorgesehen sind rund 35.000 Plätze sowie moderne Einrichtungen, die aus dem Maksimir eine zeitgemäße Fußballarena machen sollen.
Sollte der bestehende Wettbewerb tatsächlich aufgehoben und ein neues Verfahren gestartet werden, könnte sich der weitere Zeitplan allerdings verändern.
Noch ist deshalb völlig offen, ob am Ende tatsächlich ein anderer Entwurf gebaut wird oder ob der bisherige Sieger doch umgesetzt wird.
Neues Maksimir wieder vor einer entscheidenden Frage
Nach Jahrzehnten der Diskussion schien der Neubau des Maksimir zuletzt endlich konkrete Formen anzunehmen. Nun sorgt ausgerechnet der Siegerentwurf selbst für eine neue Wendung.
Noch ist nichts endgültig entschieden. Fest steht aber: Die Regierung prüft eine mögliche Aufhebung des Wettbewerbs – und damit steht auch der bisher ausgewählte Entwurf wieder zur Diskussion.
Die entscheidende Frage lautet nun: Bleibt es beim geplanten Siegerprojekt oder beginnt die Suche nach dem neuen Maksimir tatsächlich noch einmal von vorne?
Foto: VG13 Architects



