Martin Baturina schreibt Geschichte: Kroate führt Como zu historischem Champions-League-Sieg
Von Kroatien News Redaktion·11. September 2026 um 12:09

Es war der Abend, auf den Como 1907 seit der Gründung des Vereins gewartet hatte – und ausgerechnet ein Kroate schrieb dabei die erste Zeile der europäischen Vereinsgeschichte. Martin Baturina erzielte am Donnerstagabend beim 4:1 gegen RB Leipzig das erste Champions-League-Tor in der Geschichte von Como und legte wenig später auch noch den zweiten Treffer auf. Für den 23-jährigen Mittelfeldspieler wurde der erste Auftritt auf der größten europäischen Vereinsbühne damit zu einem persönlichen Triumph.
Como feierte gegen Leipzig nicht einfach nur einen Sieg, sondern einen historischen Abend. Der italienische Klub trat erstmals überhaupt in einem europäischen Wettbewerb an und bekam es zum Auftakt der Champions-League-Ligaphase gleich mit einem international erfahrenen Bundesligisten zu tun. Von Nervosität war allerdings wenig zu sehen. Como spielte mutig, intensiv und mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit – und Baturina wurde zum Gesicht dieses Auftritts.
In der 15. Minute fiel das Tor, das in den Vereinsannalen einen besonderen Platz bekommen wird. Nach einer zunächst nicht vollständig geklärten Situation landete der Ball bei Baturina, der sich im Strafraum behauptete und mit einem präzisen Abschluss für die Führung sorgte. Damit war er der erste Spieler überhaupt, der für Como in der Champions League traf. Weil der Klub gleichzeitig sein Debüt im europäischen Wettbewerb feierte, war es sogar das erste Europapokaltor in der gesamten Geschichte von Como 1907.
Für den Kroaten war es dabei nicht nur irgendein Treffer. Baturina war unmittelbar an mehreren entscheidenden Szenen beteiligt und zeigte gerade in der Offensive die Qualitäten, die Como bei seiner Verpflichtung aus Zagreb in ihm gesehen hatte. Er bewegte sich geschickt zwischen den Linien, suchte immer wieder den Weg nach vorne und stellte Leipzig mit seiner technischen Stärke und seinen schnellen Entscheidungen vor erhebliche Probleme.
Auch beim zweiten Treffer der Gastgeber war der kroatische Nationalspieler entscheidend beteiligt. Baturina setzte Tasos Douvikas mit einem Pass in Szene, der anschließend zum 2:0 vollendete. Damit standen nach knapp 40 Minuten bereits ein Tor und eine Vorlage auf dem Konto des Mittelfeldspielers. Für Leipzig wurde die Partie zunehmend zu einem Abend, an dem kaum etwas funktionierte, während Como seine Möglichkeiten konsequent nutzte.
Nach der Pause setzte die Mannschaft von Trainer Cesc Fàbregas ihre starke Vorstellung fort. Assane Diao erhöhte auf 3:0, ehe Leipzig durch Andrija Maksimović noch einmal verkürzen konnte. Hoffnung auf eine Wende kam bei den Gästen dennoch nicht auf. Como kontrollierte die entscheidenden Phasen des Spiels und setzte in der Nachspielzeit durch Máximo Perrone den Schlusspunkt zum 4:1.
Baturina war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr auf dem Platz. Fàbregas nahm den Kroaten in der 66. Minute vom Feld, nachdem dieser seine Arbeit längst erledigt hatte. Die Leistung war so überzeugend, dass sie sich auch in den statistischen Bewertungen widerspiegelte. Sofascore gab Baturina die Note 9,2 – die höchste Bewertung des gesamten Spiels. In 66 Minuten erzielte er ein Tor, bereitete einen weiteren Treffer vor, spielte 25 seiner 29 Pässe erfolgreich und kreierte drei entscheidende Torchancen. Dazu kamen zwei herausgespielte Großchancen.
Damit wurde aus dem historischen Mannschaftserfolg zugleich ein persönlicher Meilenstein für einen Spieler, der den kroatischen Fußball seit Jahren als eines der größten Talente seiner Generation begleitet.
Vom Maksimir an den Comer See
Baturinas Entwicklung ist eng mit Dinamo Zagreb verbunden. Der offensive Mittelfeldspieler durchlief die Nachwuchsabteilung des kroatischen Rekordmeisters und schaffte dort früh den Sprung in die erste Mannschaft. Für Dinamo absolvierte er 165 Pflichtspiele, erzielte 22 Tore und gewann mehrere nationale Titel. Im Sommer 2025 folgte schließlich der Wechsel nach Italien.
Como verpflichtete den Kroaten für eine feste Ablösesumme von rund 17 bis 18 Millionen Euro, hinzu kamen mögliche Bonuszahlungen. Baturina unterschrieb einen Vertrag bis 2030 und wurde damit zum teuersten Transfer der damaligen Vereinsgeschichte. Der Klub sah in ihm nicht lediglich einen talentierten Nachwuchsspieler, sondern einen zentralen Bestandteil seines langfristigen Projekts.
Die Entscheidung für Como war zugleich ein Schritt in eine Mannschaft, die sich unter Fàbregas zunehmend zu einem ambitionierten Projekt entwickelt hat. Der frühere Weltklassespieler und heutige Trainer setzt auf technisch versierten Fußball und junge, entwicklungsfähige Spieler. Baturinas Fähigkeiten passen in dieses Konzept: Er kann als offensiver Mittelfeldspieler Räume zwischen den Linien finden, Angriffe mit Pässen beschleunigen und selbst in den Strafraum nachrücken.
Dass diese Qualitäten nun ausgerechnet beim Champions-League-Debüt zum Vorschein kamen, dürfte in Kroatien mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Baturina gehört auch zur kroatischen Nationalmannschaft und gilt dort als Teil der nächsten Generation, die langfristig in die Fußstapfen der großen Mittelfeldspieler des Landes treten soll.
Ein historischer Abend für Como – und ein Signal aus Kroatien
Die Dimension des Abends wird deutlich, wenn man die jüngere Geschichte von Como betrachtet. Der Klub war noch vor wenigen Jahren weit von der europäischen Spitzenklasse entfernt und kämpfte sich aus den unteren italienischen Ligen zurück. Nun empfing der Verein im eigenen Stadion am Comer See einen Champions-League-erfahrenen Klub aus Deutschland – und gewann mit 4:1.
Für Baturina war es dabei die perfekte Bühne. Sein erstes Champions-League-Spiel endete mit einem Tor, einer Vorlage und der besten Bewertung des Abends. Noch wichtiger dürfte jedoch sein, dass der Kroate bereits früh zeigte, dass er nicht nur Teil dieser historischen Mannschaft sein will, sondern sie mitprägen kann.
Auch die Art und Weise seines Treffers passte zu diesem Eindruck. Baturina blieb nach der ersten unübersichtlichen Situation ruhig, behauptete sich im Strafraum und setzte den Ball mit Entschlossenheit ins Netz. Es war kein Zufallstreffer, sondern der Abschluss einer Aktion, in der er seine technische Qualität und seine Handlungsschnelligkeit unter Beweis stellte.
Nach dem Spiel bezeichnete Baturina den Abend als besonderen Moment für sich und die Mannschaft. Er sei stolz auf die Leistung und betonte zugleich, dass dies erst der Anfang sei. Genau darin liegt vielleicht die interessanteste Perspektive dieses Abends. Como hat mit dem Sieg gegen Leipzig einen Traumstart in seine erste Champions-League-Saison hingelegt. Baturina wiederum hat innerhalb von 66 Minuten einen Platz in der Vereinsgeschichte erobert.
Sein Name wird deshalb dauerhaft mit dem ersten europäischen Tor von Como verbunden bleiben. Und während der italienische Klub seinen historischen Weg in der Champions League fortsetzt, dürfte in Kroatien genau beobachtet werden, wie weit sich der junge Mittelfeldspieler auf dieser Bühne noch entwickeln kann.
Für den Moment aber gehört der Abend ganz ihm: Martin Baturina – Torschütze, Vorlagengeber und mit einer Sofascore-Bewertung von 9,2 der herausragende Spieler beim historischen 4:1 von Como gegen RB Leipzig.
Foto: Comofootball



