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West-Nil-Virus in Kroatien: 15 Infektionen, zehn Menschen im Krankenhaus

Von Kroatien News Redaktion·18. September 2026 um 08:38

West-Nil-Virus in Kroatien: 15 Infektionen, zehn Menschen im Krankenhaus

In Kroatien sind in diesem Jahr bislang 15 Infektionen mit dem West-Nil-Virus registriert worden. Bei zehn der Betroffenen entwickelte sich eine schwerere, sogenannte neuroinvasive Form der Erkrankung. Sie mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Nach Angaben des kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ) wurde bislang kein Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Fünf weitere Infektionen verliefen ohne Symptome und wurden bei Blutspendern entdeckt.

Zehn Erkrankte mit neurologischen Symptomen

Bei allen zehn Patienten, die Symptome entwickelten, griff die Infektion auf das zentrale Nervensystem über. Zu den möglichen neuroinvasiven Krankheitsformen gehören unter anderem Meningitis und Enzephalitis.

Die Mehrzahl der Erkrankten sind ältere Männer. Das entspricht laut HZJZ dem typischen Muster dieser Infektion. Genauere Angaben zur Alters- und Geschlechtsverteilung wurden aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht.

Fünf Fälle bei Blutspendern entdeckt

Besonders interessant: Die fünf bislang symptomlosen Infektionen wurden allesamt bei freiwilligen Blutspendern festgestellt.

Durch die routinemäßige Untersuchung von Blutspenden können Infektionen auch bei Menschen entdeckt werden, die selbst keinerlei Beschwerden haben. Die Tests dienen dabei vor allem dem Schutz der Empfänger von Blutprodukten.

Betroffene Regionen

Die bislang gemeldeten Infektionen konzentrieren sich auf mehrere Regionen Kroatiens. Fälle wurden aus folgenden Gebieten gemeldet:

  • Stadt Zagreb
  • Gespanschaft Zagreb
  • Krapina-Zagorje
  • Osijek-Baranja
  • Koprivnica-Križevci

Seit Anfang September sind laut HZJZ keine neuen Gespanschaften hinzugekommen.

Trotz des Anstiegs der Fallzahlen bewertet das kroatische Gesundheitsinstitut die epidemiologische Situation derzeit weiterhin als für diese Jahreszeit üblich. Gleichzeitig wird mit weiteren Fällen gerechnet. Wie viele Infektionen auftreten, hängt unter anderem von den Wetterbedingungen und damit von der Aktivität der Mücken ab.

Übertragung hauptsächlich durch Mücken

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch den Stich infizierter Mücken übertragen.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne oder nur mit milden Beschwerden. Schwere neurologische Erkrankungen sind dagegen selten und treten häufiger bei älteren Menschen sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen auf.

Das Virus ist in Europa seit Jahren bekannt und tritt insbesondere während der warmen Jahreszeit auf. Die Zahl der Infektionen kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken.


Mehr Fälle als im Vorjahr

Nach Angaben des HZJZ wurden in Kroatien in diesem Jahr bislang mehr Infektionen festgestellt als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Konkrete Vergleichszahlen nannte das Institut jedoch nicht.

Zum Vergleich: Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) waren bis zum 17. September des vergangenen Jahres noch keine menschlichen West-Nil-Infektionen aus Kroatien gemeldet worden. Für das gesamte Jahr 2025 wurden anschließend vier lokal erworbene Fälle registriert.

Die Behörden beobachten die Entwicklung deshalb weiter. Entscheidend wird sein, wie sich die Mückenaktivität in den kommenden Wochen entwickelt und ob weitere Regionen betroffen sein werden.

Bislang gilt jedoch: 15 gemeldete Infektionen, zehn Krankenhausbehandlungen, kein Todesfall. Die Gesundheitsbehörden rechnen mit möglichen weiteren Fällen, sehen die aktuelle Situation aber weiterhin im Rahmen der für diese Jahreszeit erwartbaren Entwicklung.

Foto: Igor Soban / Pixsell


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