Nach fast einem Monat Pause: Hrgović spricht erstmals mit der BBC über den Kampf gegen Itauma
Von Kroatien News Redaktion·24. September 2026 um 10:00

Fast einen Monat nach seinem bislang größten Erfolg hat sich Filip Hrgović erstmals wieder ausführlicher zu seinem Kampf gegen Moses Itauma geäußert. Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels gönnte sich der Kroate zunächst eine längere Pause und Urlaub.
Nun hat er der BBC sein erstes ausführliches Interview seit dem Kampf gegeben und dabei über die ungewöhnliche Erfahrung im Ring, seinen Gegner und die entscheidenden Momente des Duells gesprochen.
Nach dem Kampf erst einmal Abstand
Nach seinem Sieg gegen Itauma stand Hrgović zunächst noch für Pressegespräche und Interviews zur Verfügung. Danach zog sich der neue Weltmeister bewusst zurück.
Nach der langen Vorbereitung auf den Kampf und der intensiven Auseinandersetzung mit dem britischen Nachwuchsstar nutzte der Kroate die Zeit, um sich zu erholen und Urlaub zu machen.
Fast einen Monat später meldet er sich nun wieder zu Wort.
Und obwohl der Kampf bereits einige Wochen zurückliegt, beschäftigt ihn die Leistung seines Gegners offenbar noch immer.
„Ich bin immer noch wütend“
Im Gespräch mit der BBC erklärte Hrgović, dass er noch immer mit dem Verlauf des Kampfes hadert.
Der Kroate räumte offen ein, dass Itauma ihn über weite Strecken ausgeboxt habe. Genau das sei für ihn eine völlig neue Erfahrung gewesen.
Hrgović betreibt seit rund 20 Jahren Boxsport und sagte, dass er so etwas weder in einem Profikampf noch im Sparring zuvor erlebt habe.
Itauma habe ihn mit seiner Geschwindigkeit und seinem Timing vor große Probleme gestellt.
Itauma bereitete Hrgović große Schwierigkeiten
Der junge Brite startete äußerst schnell in den Kampf und konnte Hrgović besonders mit seinen schnellen Kombinationen und seiner Beinarbeit immer wieder überraschen.
Für Hrgović war das ungewohnt. Der Kroate ist normalerweise dafür bekannt, seine Gegner mit Druck und seiner körperlichen Stärke zu kontrollieren.
Gegen Itauma funktionierte das zunächst nicht.
Der Brite bewegte sich viel, schlug präzise und brachte Hrgović mehrfach in Situationen, in denen dieser nur schwer Zugriff auf den Kampf bekam.
Trotzdem blieb der Kroate geduldig.
Dann kam die entscheidende neunte Runde
In der neunten Runde änderte sich der Kampf schließlich grundlegend.
Hrgović erhöhte den Druck und begann, Itauma mit schweren Treffern unter Druck zu setzen. Der junge Brite wirkte zunehmend erschöpft und konnte sich immer weniger aus den Angriffen des Kroaten befreien.
Schließlich griff Itaumas Ecke ein und beendete den Kampf.
Hrgović gewann dadurch vorzeitig und sicherte sich den Weltmeistertitel.
Für den Kroaten war es ein außergewöhnlicher Sieg, gerade weil er zuvor über weite Strecken des Kampfes große Probleme gehabt hatte.
Hrgović findet trotz allem lobende Worte für Itauma
Trotz seiner offenen Kritik an seiner eigenen Leistung findet Hrgović auch nach dem Kampf viele positive Worte für seinen Gegner.
Der Kroate sieht in Itauma ein außergewöhnliches Talent und glaubt, dass der 21-Jährige noch eine große Zukunft vor sich haben kann.
Die Niederlage sei für Itauma die erste große Erfahrung dieser Art gewesen. Entscheidend werde nun sein, wie der junge Brite damit umgeht.
Hrgović geht davon aus, dass Itauma aus dem Kampf lernen und gestärkt zurückkommen kann.
Urlaub vorbei, Blick geht nach vorne
Nach der fast einmonatigen Pause beginnt für Hrgović nun wieder der Alltag als Weltmeister.
Der Kroate hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass er sich nicht mit dem Gewinn eines einzelnen WM-Gürtels zufriedengeben möchte. Sein langfristiges Ziel ist es, weitere große Titel im Schwergewicht zu gewinnen und möglichst viele Gürtel zu vereinen.
Wer sein nächster Gegner wird, steht derzeit noch nicht endgültig fest.
Fest steht jedoch: Nach seinem Urlaub und dem ersten ausführlichen Interview seit dem Kampf ist Hrgović wieder zurück im Rampenlicht.
Und der neue Weltmeister hat nach eigener Aussage noch einiges vor.
Foto: Steven Paston/PA Wire/dpa



