Nach mehr als drei Monaten geborgen: Wrack der tödlich verunglückten Segelyacht aus 60 Metern Tiefe gehoben
Von Kroatien News Redaktion·27. September 2026 um 21:23

Mehr als drei Monate nach dem schweren Bootsunglück in den Splitska vrata zwischen Brač und Šolta ist das Wrack der damals gesunkenen Segelyacht geborgen worden. Die Bilder des stark zerstörten Schiffes geben nun einen eindrucksvollen Einblick in die Wucht der Kollision, bei der im Juni vier tschechische Staatsbürger ums Leben kamen.
Die Bergung erfolgte am Sonntag unter schwierigen Bedingungen. Die Yacht lag in rund 60 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.
Wrack nach Monaten aus dem Meer geholt
Bei dem Schiff handelt es sich um eine Beneteau Oceanis 56.1, eine rund 17 Meter lange Segelyacht.
Die aufwendige Bergungsaktion wurde von dem Unternehmen Krka sub maris aus Split durchgeführt. Zunächst untersuchten Taucher das Wrack in rund 60 Metern Tiefe. Anschließend wurden spezielle Hebegurte und Ketten unter dem Rumpf angebracht.
Mit einem schweren Kran, der auf einem Arbeits-Ponton montiert war, wurde das Schiff anschließend langsam und kontrolliert an die Oberfläche gehoben.
Nach der Bergung wurde die Yacht auf das Deck eines Arbeitsfahrzeugs gelegt.
Bilder zeigen die enorme Wucht der Kollision
Erste Aufnahmen des geborgenen Wracks zeigen schwere Zerstörungen am Schiff.
Insbesondere der Heckbereich der Segelyacht ist nahezu vollständig zerstört. Auch das Deck und weitere Teile der Konstruktion wurden massiv beschädigt.
Die sichtbaren Schäden geben damit einen Eindruck von der enormen Wucht des Zusammenstoßes mit dem Passagierkatamaran „Krilo Eclipse“.
Die Yacht sank nach der Kollision im Juni innerhalb weniger Minuten.
An Bord befanden sich insgesamt acht tschechische Staatsbürger. Vier Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.
Wrack wird jetzt für die Ermittlungen untersucht
Die Bergung erfolgte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in Split. Das Wrack wird nun in den nördlichen Hafen von Split gebracht.
Dort sollen maritime Sachverständige das Schiff detailliert untersuchen.
Für die Ermittler könnte das Wrack wichtige Hinweise liefern. Unter anderem sollen die Position und der Zustand von Steuerung, Ruder, Instrumenten und weiteren technischen Einrichtungen untersucht werden.
Auch die Schäden am Rumpf könnten für die Rekonstruktion des Unfallhergangs entscheidend sein.
Wer hatte Vorfahrt?
Eine der zentralen Fragen der laufenden Untersuchung ist weiterhin, welches der beiden Schiffe in den engen Splitska vrata Vorfahrt hatte und wie es zu der folgenschweren Kollision kommen konnte.
Die Splitska vrata liegen zwischen den Inseln Brač und Šolta und gehören zu den stark befahrenen Seegebieten vor Split.
Der Passagierkatamaran „Krilo Eclipse“ war im Juni mit der Segelyacht kollidiert. Die Behörden untersuchen seitdem die genauen Umstände des Unglücks.
Mit der Bergung der Yacht steht den Ermittlern nun ein wichtiges Beweisstück zur Verfügung.
Drei Monate nach der Tragödie
Mehr als drei Monate nach dem Unglück wird damit erstmals auch das vollständig geborgene Wrack detailliert untersucht.
Die massiven Schäden, die nun über der Wasseroberfläche sichtbar sind, zeigen eindrucksvoll, welcher Kraft das Schiff bei der Kollision ausgesetzt war.
Die entscheidenden Antworten soll nun die weitere Untersuchung liefern.
Warum kam es zu dem Zusammenstoß? Wie genau liefen die letzten Sekunden vor der Kollision ab? Und wer trägt letztlich die Verantwortung für den Tod der vier Menschen?
Diese Fragen sind weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Foto: Morski HR



