Neue Ära unter Slaven Bilić: Kroatien startet heute gegen Tschechien in die Nations League
Von Kroatien News Redaktion·26. September 2026 um 12:45

Für die kroatische Nationalmannschaft beginnt heute Abend eine neue Zeitrechnung. Nach der langen Amtszeit von Zlatko Dalić steht mit Slaven Bilić ein alter Bekannter an der Seitenlinie der Vatreni. Zum Auftakt der neuen Nations-League-Saison wartet mit Tschechien gleich ein anspruchsvoller Gegner.
Anstoß in Prag ist um 20:45 Uhr.
Für Bilić ist es die Rückkehr auf den Trainerstuhl der kroatischen Nationalmannschaft. Bereits von 2006 bis 2012 war er Nationaltrainer und prägte damals eine Mannschaft, die unter anderem bei der Europameisterschaft 2008 für Aufsehen sorgte.
Nun übernimmt er eine Generation im Übergang. Einige der großen Namen der vergangenen Jahre sind weiterhin dabei, gleichzeitig soll eine Reihe junger Spieler zunehmend Verantwortung übernehmen.
Bilić übernimmt ein schweres Erbe
Die Fußstapfen, in die Slaven Bilić tritt, sind groß.
Zlatko Dalić führte Kroatien über Jahre zu den größten Erfolgen der Verbandsgeschichte. Der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft 2018, die WM-Bronzemedaille 2022 und der dritte Platz in der Nations League gehören zu den Höhepunkten seiner Amtszeit.
Nun muss Bilić eine Mannschaft weiterentwickeln, ohne dabei die Erfahrung der erfolgreichen Generation zu verlieren.
Genau dieser Spagat dürfte eine der wichtigsten Aufgaben seiner Amtszeit werden.
Luka Modrić bleibt dabei
Ein Name steht dabei wie kaum ein anderer für die bisherige kroatische Fußball-Ära: Luka Modrić.
Der Kapitän ist auch unter Bilić weiterhin Teil der Nationalmannschaft und soll seine enorme Erfahrung an die jüngeren Spieler weitergeben.
Gleichzeitig ist klar, dass Modrić inzwischen eine andere Rolle einnimmt als noch vor einigen Jahren. Bilić muss genau abwägen, wann und wie lange der inzwischen 41-Jährige eingesetzt wird.
Für die jungen Spieler im Mittelfeld ist seine Anwesenheit dennoch von enormer Bedeutung. Mit Mateo Kovačić steht ein weiterer erfahrener Akteur zur Verfügung, während dahinter bereits die nächste Generation wartet.
Bilić bringt mehrere junge Spieler
Schon bei der Zusammenstellung des Kaders wurde deutlich, dass Bilić neue Impulse setzen möchte.
Spieler wie Luka Vušković, Petar Sučić, Luka Sučić, Franjo Ivanović und Igor Matanović stehen für eine jüngere Generation, die künftig stärker in den Mittelpunkt rücken soll.
Dabei geht es allerdings nicht um einen radikalen Schnitt. Bilić setzt weiterhin auf viele Spieler, die bereits unter Dalić wichtige Rollen hatten.
Genau diese Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs dürfte auch heute Abend das Gesicht der Mannschaft bestimmen.
Baturina fehlt ausgerechnet zum Auftakt
Eine wichtige Personalie hat sich kurzfristig verändert: Martin Baturina fällt für das Spiel gegen Tschechien aus.
Der Mittelfeldspieler war eigentlich fest für die Startelf eingeplant. Aufgrund seiner Erkrankung steht er Bilić nun allerdings nicht zur Verfügung.
Sein Ausfall ist deshalb besonders bitter, weil Baturina für die neue kroatische Mannschaft eine wichtige Rolle spielen könnte. Der technisch starke Mittelfeldspieler bringt Kreativität und Dynamik mit und hätte dem Spiel im Zentrum zusätzliche Impulse geben können.
Bilić muss seine ursprünglichen Pläne deshalb kurzfristig anpassen.
Erfahrung trifft auf Jugend
Die voraussichtliche kroatische Aufstellung zeigt sehr deutlich, wohin die Reise unter Bilić gehen könnte.
Im Tor wird Dominik Livaković erwartet.
In der Abwehr könnten Josip Stanišić, Luka Vušković, Joško Gvardiol und Ivan Perišić beginnen.
Im zentralen Mittelfeld stehen mit Mateo Kovačić und Luka Modrić zwei Spieler, die zusammen eine enorme internationale Erfahrung mitbringen.
Davor könnten Franjo Ivanović, Petar Sučić und Luka Sučić auflaufen. Im Angriff wird Igor Matanović erwartet.
Damit würde Bilić bereits zum Start auf eine interessante Mischung setzen: erfahrene Führungsspieler auf der einen Seite und mehrere junge Akteure, die ihre Chance bekommen.
Tschechien ist kein unbekannter Gegner
Kroatien kennt den heutigen Gegner bereits sehr gut.
In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026 trafen beide Mannschaften ebenfalls aufeinander. Kroatien gewann das Heimspiel in Osijek deutlich mit 5:1, während das Rückspiel in Prag 0:0 endete.
Nun treffen beide Teams erneut in Prag aufeinander – diesmal allerdings unter völlig anderen Voraussetzungen.
Für Bilić ist es sein erstes Pflichtspiel als neuer Nationaltrainer. Die Mannschaft muss sich unter einem neuen Trainer erst finden, während Tschechien seinen Heimvorteil nutzen möchte.
Ein schwieriger Start in einen intensiven Monat
Das Spiel gegen Tschechien ist außerdem nur der Anfang eines anspruchsvollen Programms.
Nur wenige Tage später wartet bereits Spanien. Danach folgen weitere schwere Begegnungen gegen England und erneut Spanien.
Bilić bekommt damit nur wenig Zeit, seine Vorstellungen mit der Mannschaft einzustudieren.
Umso interessanter wird sein, welche Veränderungen bereits im ersten Spiel erkennbar sind. Wird Kroatien offensiver auftreten? Wird das Mittelfeld anders strukturiert? Und wie viel Verantwortung bekommen die jungen Spieler tatsächlich?
Heute beginnt die Post-Dalić-Ära
Das Spiel gegen Tschechien ist deshalb mehr als nur der Auftakt in eine neue Nations-League-Saison.
Es ist das erste Pflichtspiel von Slaven Bilić nach seiner Rückkehr auf die kroatische Trainerbank und damit gleichzeitig der erste echte Test für die neue Mannschaft.
Luka Modrić ist weiterhin dabei. Perišić, Kovačić, Gvardiol und Livaković bringen Erfahrung mit. Gleichzeitig stehen mit Vušković, den beiden Sučićs, Ivanović und Matanović mehrere junge Spieler bereit, die künftig das Gesicht der Vatreni prägen könnten.
Bilić muss daraus nun eine Einheit formen.
Heute Abend in Prag beginnt die neue Ära der kroatischen Nationalmannschaft.
Foto: HNS



