Zagreb steht vor Verkehrschaos: ZET-Streik beginnt am Montag um 3.30 Uhr
Von Kroatien News Redaktion·27. September 2026 um 08:15

In Zagreb drohen am Montag massive Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Der letzte Versuch, zwischen den Gewerkschaften und der Leitung von Zagrebački holding und ZET eine Einigung zu erzielen, ist gescheitert. Der angekündigte Streik soll deshalb wie geplant am Montag, 28. September, um 3.30 Uhr beginnen.
Für die Einwohner der kroatischen Hauptstadt könnte das erhebliche Auswirkungen haben. Besonders betroffen ist der öffentliche Nahverkehr, da ZET für die Bus- und Straßenbahnlinien in Zagreb verantwortlich ist.
Letzter Einigungsversuch gescheitert
Am Samstag trafen sich die Gewerkschaften noch einmal mit Vertretern von Zagrebački holding und ZET, um einen Streik in letzter Minute zu verhindern. Doch auch diese Gespräche brachten keinen Durchbruch.
Damit bleibt es bei der Ankündigung der Gewerkschaften, den Arbeitskampf am frühen Montagmorgen zu beginnen.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen vor allem Gehälter, materielle Rechte der Beschäftigten und ein neuer langfristiger Kollektivvertrag.
Die Forderungen der Gewerkschaften wurden im Verlauf der Verhandlungen mehrfach angepasst. Nach Angaben der Unternehmensseite ging es zuletzt um eine Erhöhung der Grundvergütung um 13 Prozent. Zuvor hatten die Gewerkschaften höhere Forderungen gestellt.
Die Unternehmensseite hält diese Forderung für nicht akzeptabel und verweist auf das eigene Angebot.
Gewerkschaften sehen keine Grundlage für weitere Zugeständnisse
Auch die Gewerkschaften sehen die Verhandlungen inzwischen als ausgeschöpft an. Ihr Vertreter Mumin Hodžić erklärte, man sei den Forderungen der Arbeitgeberseite bereits entgegengekommen und habe die eigenen ursprünglichen Forderungen reduziert.
Eine Einigung konnte dennoch nicht erzielt werden.
Die Unternehmensseite hatte zuletzt unter anderem eine Erhöhung der Gehaltsgrundlage um 4,5 Prozent angeboten. Für die Gewerkschaften reicht dieses Angebot nicht aus.
Nach einer Abstimmung unter den Beschäftigten erhielt der geplante Streik anschließend die notwendige Unterstützung.
Tausende Beschäftigte betroffen
Bei Zagrebački holding und ZET arbeiten insgesamt rund 9.200 Menschen. Der angekündigte Arbeitskampf könnte deshalb weit über den öffentlichen Nahverkehr hinaus Auswirkungen auf den Alltag in Zagreb haben.
Wie genau der Betrieb während des Streiks aufrechterhalten werden kann, hängt unter anderem davon ab, welche Tätigkeiten als sogenannte notwendige Arbeiten eingestuft werden.
Gerade beim öffentlichen Verkehr dürfte die Situation für die Bevölkerung jedoch besonders spürbar werden.
Busse und Straßenbahnen vor großen Einschränkungen
ZET ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Zagreb. Zahlreiche Menschen nutzen täglich Busse und Straßenbahnen für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zu anderen Terminen.
Sollte der Streik wie angekündigt beginnen, müssen sich die Zagreber deshalb bereits am frühen Montagmorgen auf erhebliche Einschränkungen einstellen.
Die Gewerkschaften haben zudem deutlich gemacht, dass der Streik nicht zwangsläufig nach einem Tag beendet sein muss. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte der Arbeitskampf länger andauern.
Damit steht Zagreb vor einem schwierigen Wochenstart.
Ab Montag um 3.30 Uhr soll gestreikt werden. Der letzte Einigungsversuch ist gescheitert – und eine Lösung des Tarifkonflikts ist derzeit nicht absehbar.



