Gänsehaut im Volkspark: Mario Vušković ist zurück beim HSV
Von Kroatien News Redaktion·15. September 2026 um 21:12

Nach fast vier Jahren des Wartens ist Mario Vušković wieder dort, wo er sich am wohlsten fühlt: auf dem Fußballplatz beim Hamburger SV. Der 24-jährige Kroate hat am Dienstag erstmals wieder gemeinsam mit der Profimannschaft trainiert – und seine Rückkehr wurde zu einem emotionalen Ereignis, das nicht nur für den Innenverteidiger selbst, sondern auch für Tausende HSV-Fans von großer Bedeutung war.
Noch ist es nicht das endgültige Comeback. Vušković darf aufgrund seiner noch laufenden Sperre erst ab dem 15. November 2026 wieder in Pflicht- und Testspielen eingesetzt werden. Doch der erste große Schritt ist gemacht.
Ein langer Weg zurück
Vušković war im Jahr 2021 zum HSV gekommen und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft. Doch seine Karriere wurde durch das Dopingverfahren abrupt unterbrochen. Insgesamt musste der Kroate fast vier Jahre auf eine Rückkehr in den regulären Trainings- und Spielbetrieb warten.
Am Dienstag durfte er nun erstmals wieder mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Trainingsplatz stehen.
Sein Tag begann bereits am Morgen mit umfangreichen medizinischen Untersuchungen und Leistungstests im Athleticum am Volkspark. Unter anderem absolvierte Vušković einen Belastungstest auf dem Fahrrad. Anschließend ging es zurück ins Volksparkstadion – dorthin, wo ihn Fans und Mannschaft bereits sehnsüchtig erwarteten.
„Welcome back, Mario“
In der Kabine wurde der Kroate herzlich empfangen. Cheftrainer Merlin Polzin begrüßte ihn mit einer Umarmung und einem einfachen, aber emotionalen „Finally“.
An seinem Spind wartete bereits das Trikot mit seiner bekannten Rückennummer 44. Auch einige seiner früheren Weggefährten sind noch beim HSV. Miro Muheim und Bakery Jatta gehören ebenso weiterhin zum Kader wie Torwart Daniel Heuer Fernandes.
Im Stadion erinnern noch immer ein „Free Vuskovic“-Banner und eine Uhr an die lange Zeit bis zum Ende seiner Sperre. Für Vušković dürfte dieser Anblick an diesem Tag allerdings eine andere Bedeutung gehabt haben: Das Ende der langen Wartezeit ist inzwischen absehbar.
Mehr als 3.000 Fans feiern seine Rückkehr
Der emotionale Höhepunkt folgte am Nachmittag.
Als Vušković gemeinsam mit der Mannschaft den Rasen des Volksparkstadions betrat, warteten mehr als 3.000 Fans auf der Nordtribüne. Sie begrüßten den Kroaten mit Sprechchören und machten deutlich, dass sie ihn auch während seiner langen Abwesenheit nicht vergessen hatten.
Auf einem Banner war auf Kroatisch zu lesen:
„Der Weg war lang, aber das Ziel rückt näher. Willkommen zurück, Mario.“
Beim ersten Ballkontakt des Innenverteidigers brandete bereits großer Jubel auf. Es war nur ein einfacher Pass während der Erwärmung – für die Fans fühlte es sich dennoch beinahe wie ein Tor an.
Auch auf dem Platz zeigt Vušković sofort seine Qualität
Dass Vušković nicht nur emotional, sondern auch sportlich einen gelungenen ersten Tag erwischte, zeigte sich wenig später.
Der Innenverteidiger fügte sich sichtbar gut in die Mannschaft ein. Bei einer Trainingsübung stand er wieder in einer Viererkette und überzeugte mit einigen gelungenen Aktionen.
Besonders bemerkenswert: Bei einem Trainingsspiel leitete Vušković mit einem langen Ball einen Treffer ein. Wenige Minuten später sorgte er dann selbst für einen besonderen Moment.
Aus rund 15 Metern fasste sich der Kroate ein Herz und schoss den Ball ins linke Eck.
Tor beim ersten Mannschaftstraining nach fast vier Jahren.
Die Fans reagierten entsprechend lautstark. Für Vušković war es ein weiterer besonderer Moment eines ohnehin außergewöhnlichen Tages.
Familie und frühere Weggefährten dabei
Auch seine Familie war bei seiner Rückkehr im Stadion. Seine Eltern Daniel und Sanja verfolgten das Training gemeinsam mit zahlreichen ehemaligen Weggefährten ihres Sohnes.
Unter den Gästen waren unter anderem frühere HSV-Spieler wie Sebastian Schonlau und Jonas Meffert sowie Ex-Trainer Tim Walter. Auch der kroatische Landsmann Filip Tapalović, der inzwischen beim BVB tätig ist, war dabei.
Für Walter war die Rückkehr seines ehemaligen Schützlings ein besonders emotionaler Moment. Er erinnerte daran, wie fokussiert Vušković trotz der schwierigen vergangenen Jahre geblieben sei.
Ein besonderer Moment für die HSV-Familie
Nach dem Training wartete noch eine Überraschung auf den Kroaten. In einer Loge wurde ihm ein Video gezeigt, in dem ehemalige Mitspieler und Weggefährten Grüße übermittelten.
Darunter waren Robert Glatzel, Ludovit Reis und Ransford Königsdörffer sowie weitere ehemalige HSV-Mitarbeiter und Trainer.
Immer wieder fiel dabei ein Wort: „Brate“ – Bruder.
Die Botschaften machten deutlich, dass Vušković während seiner langen Abwesenheit nicht einfach vergessen wurde. Im Gegenteil: Viele seiner ehemaligen Mitspieler hatten den Kontakt zu ihm gehalten und ihn auf seinem schwierigen Weg unterstützt.
Für den 24-Jährigen war dieser Moment sichtbar emotional.
Jetzt beginnt der letzte Abschnitt
Mit dem ersten Mannschaftstraining ist der erste Teil des Comebacks geschafft. Bis zur tatsächlichen Rückkehr in den Spielbetrieb bleiben noch einige Wochen.
Am 15. November 2026 endet die Sperre von Vušković. Erst dann darf der Kroate wieder in Pflicht- und Testspielen auf dem Platz stehen.
Bis dahin geht es für ihn darum, Schritt für Schritt wieder vollständig in den professionellen Fußball zurückzukehren, Trainingsrhythmus aufzubauen und sich körperlich und sportlich an das Niveau des Bundesliga-Alltags heranzuarbeiten.
Sein erster Tag zurück beim HSV dürfte ihm dafür einen enormen Schub gegeben haben.
Denn eines wurde im Volksparkstadion sehr deutlich: Mario Vušković ist beim HSV nicht vergessen worden.
Mehr als 3.000 Fans, seine Mannschaftskollegen, seine Familie und zahlreiche ehemalige Weggefährten bereiteten ihm einen Empfang, der weit über ein gewöhnliches Training hinausging.
Der lange Weg ist noch nicht ganz beendet.
Aber das Ziel rückt näher.
Foto: Stuart Franklin / Getty Images



