Inferno auf Brač: Bereits 10 Prozent der Insel von den Flammen erfasst
Von Kroatien News Redaktion·12. September 2026 um 22:19

Rund zehn Prozent der gesamten Insel Brač sind inzwischen von einem gewaltigen Großbrand betroffen. Mehr als 3.000 Hektar Kiefernwald, Macchia und Buschland wurden von den Flammen erfasst. Seit Donnerstag kämpfen Feuerwehrleute gegen das Feuer, das sich unter dem Einfluss starker und wechselnder Winde immer wieder ausbreitet. Inzwischen wurden die Einsatzkräfte massiv verstärkt: Mehr als 170 Feuerwehrleute mit Dutzenden Fahrzeugen sowie mehrere Löschflugzeuge stehen im Einsatz.
Die Dimension des Brandes ist inzwischen kaum noch zu übersehen. Was zunächst als Feuer im Bereich von Ložišća gemeldet wurde, hat sich innerhalb weniger Tage zu einem der größten Feuerwehreinsätze auf Brač in den vergangenen Jahren entwickelt. Die Flammen haben weite Teile der Vegetation erfasst und hinterlassen eine mehrere tausend Hektar große Schneise aus verbranntem Wald, Macchia und Buschland.
Der Wind bleibt der größte Gegner
Besonders schwierig ist die Lage wegen des Windes. Die Einsatzkräfte können die Entwicklung der Brandfront dadurch nur schwer vorhersehen. Immer wieder entstehen neue kritische Bereiche, während bereits bekämpfte Brandherde erneut aufflammen können.
Nach einem Erkundungsflug wurde deshalb in Milna ein Krisenstab eingerichtet. Feuerwehrführung, Zivilschutz und Vertreter der betroffenen Gemeinden beraten dort über die weitere Strategie. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Bekämpfung des Feuers, sondern vor allem der Schutz der bewohnten Gebiete.
Denn trotz der gewaltigen Ausdehnung gibt es bislang eine wichtige positive Nachricht: Die Wohnhäuser und Siedlungen konnten nach den bisherigen Angaben geschützt werden. Eine großangelegte Evakuierung der Bevölkerung war deshalb nicht notwendig. Auch Tote oder Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Verstärkung aus ganz Kroatien
Um das Feuer weiter einzudämmen, werden inzwischen Feuerwehrleute aus mehreren Regionen Kroatiens nach Brač gebracht. Insgesamt sind derzeit rund 176 Einsatzkräfte mit 53 Fahrzeugen im Einsatz.
Zusätzliche Mannschaften kommen unter anderem aus Istrien, der Gespanschaft Primorje-Gorski Kotar und der Lika. Weitere Kräfte aus den Gespanschaften Šibenik-Knin und Zadar sowie Interventionseinheiten aus Split, Dubrovnik und Šibenik unterstützen die örtlichen Feuerwehrleute.
Allein am Abend sollen weitere 44 Feuerwehrleute mit 16 Fahrzeugen auf die Insel gebracht werden. Die Verstärkung ist notwendig, weil die Einsatzkräfte seit Stunden und teilweise seit Tagen unter extremen Bedingungen arbeiten. Gleichzeitig muss eine Ablösung organisiert werden, damit die Feuerwehr den Kampf gegen die Flammen dauerhaft aufrechterhalten kann.
Löschflugzeuge kämpfen gegen das Feuer
Unterstützung kommt auch aus der Luft. Drei Canadair-Löschflugzeuge sowie ein Air Tractor 802 Fire Boss sind im Einsatz. Sie greifen dort ein, wo die Bodenmannschaften wegen des schwierigen Geländes nur schwer oder überhaupt nicht an die Feuerfront herankommen.
Die Flugzeuge werfen große Wassermengen auf besonders kritische Bereiche und versuchen damit, die Ausbreitung der Flammen zu bremsen. Gerade auf Brač ist diese Unterstützung von großer Bedeutung. Große Teile des betroffenen Gebietes bestehen aus dichter Vegetation und teilweise unwegsamem Gelände, das für Löschfahrzeuge nur schwer erreichbar ist.
Zehntausende Meter von Brandfronten
Die inzwischen betroffene Fläche verdeutlicht die außergewöhnliche Dimension des Einsatzes. Mehr als 3.000 Hektar entsprechen ungefähr zehn Prozent der gesamten Fläche von Brač.
Dabei handelt es sich nicht nur um niedriges Buschland. Auch Kiefernwald und andere Vegetation wurden von den Flammen erfasst. Für die Insel bedeutet der Brand deshalb nicht nur eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Gebäude, sondern auch einen erheblichen ökologischen Schaden.
Die genaue Schadensbilanz wird allerdings erst nach dem Ende des Einsatzes möglich sein. Solange das Feuer noch aktiv ist, können sich die Zahlen weiter verändern.
Auch historische Orte waren gefährdet
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Gebieten rund um die historische Wüstenklause Blaca. Auch dort bestand zeitweise die Gefahr, dass sich das Feuer ausbreitet.
Die Feuerwehr muss deshalb mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen: Sie muss die offenen Flammen bekämpfen, neue Brandherde verhindern, die Ortschaften schützen und zugleich besonders wichtige Einrichtungen und historische Stätten sichern.
Gerade diese Kombination macht den Einsatz so anspruchsvoll. Jede zusätzliche Windböe kann die Situation innerhalb kurzer Zeit verändern.
Noch keine Entwarnung auf Brač
Obwohl sich die Lage an einzelnen Stellen verbessert hat, kann weiterhin keine Entwarnung gegeben werden. Das Feuer ist noch nicht vollständig unter Kontrolle. Die Einsatzleitung beobachtet deshalb insbesondere die Entwicklung des Windes und die Bewegungen der einzelnen Brandfronten.
Für die Bewohner und Besucher der Insel ist die wichtigste Nachricht derzeit, dass die Siedlungen bislang geschützt werden konnten. Gleichzeitig bleibt die Gefahr bestehen, solange sich das Feuer weiter durch trockene Vegetation bewegt.
Rund 10 Prozent von Brač sind bereits vom Brand betroffen – eine Dimension, die zeigt, wie außergewöhnlich dieser Einsatz ist. Jetzt kommt es darauf an, ob es den Einsatzkräften mit der zusätzlichen Unterstützung vom Festland und aus der Luft gelingt, die Feuerfronten endgültig zu stoppen.
Für die Feuerwehrleute bedeutet das eine weitere lange Nacht im Kampf gegen die Flammen. Für Brač geht es dabei längst nicht mehr nur um die Bekämpfung eines einzelnen Waldbrandes, sondern um den Schutz großer Teile der Insel vor einer weiteren Ausbreitung der Katastrophe.
Foto: Morski HR



