Kroatien will Auswanderer zurückholen: Demografieminister stellt Förderprogramme in München vor
Von Kroatien News Redaktion·28. Oktober 2026 um 14:24

Kroatien setzt im Kampf gegen den Bevölkerungsrückgang verstärkt auf die Rückkehr seiner ausgewanderten Bürger. Am Freitag, dem 30. Oktober, informiert Demografie- und Einwanderungsminister Ivan Šipić in München über staatliche Förderprogramme und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen, die eine Rückkehr in ihre Heimat erwägen.
Viele Kroatinnen und Kroaten leben seit Jahren in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Nun bemüht sich die kroatische Regierung verstärkt darum, einen Teil von ihnen zur Rückkehr zu bewegen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um die langfristige demografische Entwicklung des Landes.
Um über die Möglichkeiten zu informieren, kommt der kroatische Minister für Demografie und Einwanderung, Ivan Šipić, am Freitag nach München. Dort wird er staatliche Programme vorstellen, die sich an ausgewanderte Kroaten und ihre Familien richten.
Informationsveranstaltung für Kroaten in Deutschland
Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Kroaten außerhalb der Republik Kroatien als demografisches Potenzial“. Im Mittelpunkt stehen die Maßnahmen der kroatischen Regierung zur demografischen Erneuerung sowie bestehende Förderungen und Unterstützungsangebote für Rückkehrer.
Organisiert wird das Treffen gemeinsam von der Kroatischen Katholischen Gemeinde München, dem Akademischen Kreis und dem kroatischen Generalkonsulat in München. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion über die demografischen Herausforderungen Kroatiens und die Rolle der im Ausland lebenden kroatischen Gemeinschaft geplant.
Die Veranstaltung beginnt am Freitag, dem 30. Oktober 2026, um 19:15 Uhr im großen Saal der Kroatischen Katholischen Gemeinde München in der Schwanthalerstraße 96.
Warum Kroatien auf seine Auswanderer setzt
Kroatien steht seit Jahren vor erheblichen demografischen Herausforderungen. Die Bevölkerung ist gealtert, und zahlreiche Menschen haben das Land auf der Suche nach besseren beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven verlassen. Besonders Deutschland ist für viele Kroatinnen und Kroaten zu einer neuen Heimat geworden.
Die Regierung möchte diesen Trend bremsen und mehr Menschen zur Rückkehr bewegen. Neben der Förderung von Familien und der Verbesserung der Lebensbedingungen im Land spielt deshalb die kroatische Diaspora eine wichtige Rolle.
Nachkommen kroatischer Auswanderer werden ebenfalls als Potenzial betrachtet. Sie können familiäre und kulturelle Verbindungen zu Kroatien haben und sich unter bestimmten Voraussetzungen für eine Rückkehr, eine Ausbildung oder eine berufliche Zukunft im Land entscheiden.
Welche Unterstützung gibt es für Rückkehrer?
Kroatien hat bereits verschiedene Programme eingeführt, um die Rückkehr und Integration von Ausgewanderten zu erleichtern. Dazu gehören unter anderem finanzielle Unterstützung für bestimmte Unternehmensgründungen, steuerliche Vergünstigungen sowie Angebote zum Erlernen der kroatischen Sprache.
Auch die Integration von Familien und Kindern ist ein wichtiges Thema. Wer nach vielen Jahren im Ausland zurückkehrt, muss häufig Fragen zum Arbeitsplatz, zur Wohnung, zur Kinderbetreuung und zur schulischen Eingliederung klären.
Bei der Veranstaltung in München sollen die vorhandenen Fördermöglichkeiten vorgestellt und Fragen von Interessierten diskutiert werden. Welche Unterstützung im Einzelfall infrage kommt, hängt vom jeweiligen Programm und den persönlichen Voraussetzungen ab.
Reicht die Rückkehr aus, um den Bevölkerungsschwund zu stoppen?
Die Rückkehr ausgewanderter Bürger kann Kroatien helfen, demografische und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Entscheidend ist jedoch, ob Menschen langfristig im Land bleiben und dort stabile Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden.
Dazu gehören attraktive Arbeitsplätze, angemessene Einkommen, bezahlbarer Wohnraum, gute Kinderbetreuung und verlässliche öffentliche Dienstleistungen. Finanzielle Anreize allein können diese Voraussetzungen nicht ersetzen.
Die Veranstaltung in München soll deshalb nicht nur über Fördermöglichkeiten informieren, sondern auch den Austausch zwischen der kroatischen Regierung und der im Ausland lebenden Gemeinschaft stärken.
Für Kroatien ist die Rückkehr seiner Auswanderer längst mehr als eine Frage der Heimatverbundenheit. Sie ist Teil einer langfristigen Strategie, die Bevölkerungsentwicklung zu stabilisieren und neue Perspektiven für kommende Generationen zu schaffen.



