Spritpreise in Kroatien sinken: Diesel wird günstiger – auch in Deutschland könnte es ab Oktober deutlich billiger werden
Von Kroatien News Redaktion·27. September 2026 um 10:46

Für Autofahrer in Kroatien zeichnet sich eine erste Entlastung bei den Kraftstoffpreisen ab. Vor allem beim Diesel wird ab Dienstag ein deutlicher Rückgang erwartet. Gleichzeitig könnte sich auch für Autofahrer in Deutschland ab Oktober eine interessante Entwicklung ergeben.
Diesel in Kroatien wird günstiger
Nach den aktuellen Berechnungen soll der Preis für einen Liter Diesel in Kroatien ab Dienstag um rund acht Cent sinken. Damit würde der Liter von derzeit etwa 1,91 Euro auf rund 1,83 Euro fallen.
Beim Benzin sieht die Entwicklung dagegen anders aus. Hier wird derzeit mit einer leichten Erhöhung um etwa einen Cent gerechnet. Der Liter Benzin könnte damit künftig ungefähr 1,75 Euro kosten.
Grund für die Entwicklung sind vor allem die zuletzt wieder gesunkenen Rohölpreise. Nachdem der Ölpreis vor rund zehn Tagen noch bei etwa 110 US-Dollar je Barrel gelegen hatte, liegt er inzwischen bei ungefähr 104 US-Dollar.
Auch die allgemeine Lage an den internationalen Energiemärkten hat sich zuletzt etwas entspannt. Experten führen die Entwicklung unter anderem auf eine nachlassende Nachfrage und Hoffnungen auf eine Beruhigung der geopolitischen Lage zurück.
Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Šušnjar hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Entwicklung an den internationalen Märkten wieder nach unten zeigt. Deshalb sei insbesondere beim Diesel mit sinkenden Preisen zu rechnen.
Auch Deutschland senkt ab Oktober die Energiesteuer
Für deutsche Autofahrer kommt ab dem 1. Oktober 2026 eine zusätzliche Entlastung hinzu.
Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wird für drei Monate vorübergehend reduziert. Die eigentliche Steuerentlastung beträgt 14,04 Cent pro Liter. Da auf die geringere Steuerbelastung auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent pro Liter.
Die Maßnahme soll zunächst bis Ende Dezember gelten.
Wie viel davon tatsächlich an den Tankstellen bei den Verbrauchern ankommt, hängt allerdings auch von der Preisentwicklung auf dem Kraftstoffmarkt und der Preisgestaltung der Mineralölunternehmen ab.
Könnten es in Deutschland sogar rund 25 Cent weniger werden?
Genau hier wird die aktuelle Entwicklung an den internationalen Märkten interessant.
Sollten die Kraftstoffpreise aufgrund der niedrigeren Rohölpreise weiter sinken, könnte zur staatlichen Entlastung noch ein zusätzlicher Preisrückgang kommen.
Nimmt man die derzeit für Kroatien erwarteten acht Cent lediglich als Rechenbeispiel, würde sich folgende Größenordnung ergeben:
17 Cent staatliche Entlastung + etwa 8 Cent durch niedrigere Marktpreise = rund 25 Cent pro Liter.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass deutsche Autofahrer ab Oktober garantiert 25 Cent weniger bezahlen werden. Dafür müssten mehrere Faktoren gleichzeitig eintreten: Die internationalen Preise müssten auf dem aktuellen oder einem noch niedrigeren Niveau bleiben, die niedrigeren Beschaffungskosten müssten weitergegeben werden und die staatliche Entlastung müsste entsprechend an der Zapfsäule ankommen.
Die nächsten Wochen werden entscheidend
Für Autofahrer könnte sich damit eine ungewöhnliche Situation ergeben: Während Kroatien bereits von einem Rückgang der Dieselpreise profitiert, tritt in Deutschland gleichzeitig eine staatliche Entlastung in Kraft.
Sollten die internationalen Kraftstoffpreise bis Oktober weiter nachgeben, könnte die tatsächliche Entlastung in Deutschland deshalb spürbar größer als die vorgesehenen 17 Cent ausfallen.
Rechnerisch wären bei einer zusätzlichen Marktentspannung von rund acht Cent sogar etwa 25 Cent pro Liter möglich.
Ob es tatsächlich zu einer solchen Entwicklung kommt, bleibt abzuwarten. Der Ölmarkt kann sich innerhalb kurzer Zeit wieder verändern – insbesondere durch geopolitische Ereignisse.
Für Autofahrer heißt es deshalb: Die Zeichen stehen derzeit auf Entspannung. Wie stark diese Entlastung letztlich an den Tankstellen ankommt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Foto:
Goran Šebelić/Cropix



