Großbrand auf Brač: Flammen breiten sich weiter aus – Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Feuerwalze
Von Kroatien News Redaktion·12. September 2026 um 10:42

Auf der kroatischen Insel Brač kämpfen Feuerwehrleute weiterhin gegen einen großflächigen Wald- und Buschbrand, der sich seit Donnerstagabend immer weiter ausgebreitet hat. Rund 1.500 Hektar Fläche sind nach den bislang vorliegenden offiziellen Schätzungen bereits von den Flammen betroffen. Starker Wind erschwert die Löscharbeiten erheblich. Gleichzeitig ist es den Einsatzkräften gelungen, die Wohnhäuser in den gefährdeten Ortschaften zu schützen. Eine vollständige Evakuierung der Bevölkerung war bislang nicht erforderlich.
Der Brand war am Donnerstag, 10. September, gegen 22.13 Uhr im Bereich von Ložišća gemeldet worden. Zunächst brannten Gras, niedriges Buschwerk und Macchia auf teilweise schwer zugänglichem Gelände. Unter dem Einfluss kräftiger Winde breitete sich das Feuer jedoch rasch aus und näherte sich den Orten Ložišća und Bobovišća. Im weiteren Verlauf waren auch Dračevica, Gornja Bobovišća und das Gebiet von Podhume betroffen. Die Einsatzlage veränderte sich dabei immer wieder innerhalb kurzer Zeit.
Feuerwehr schützt Häuser und Siedlungen
Für die Einsatzkräfte stand von Beginn an nicht nur die Bekämpfung des Feuers, sondern vor allem der Schutz der bewohnten Gebiete im Mittelpunkt. In der Nacht mussten mehrere Gebäude besonders intensiv verteidigt werden. Nach Angaben der Einsatzleitung konnten die gefährdeten Objekte jedoch gehalten werden.
Auch für eine mögliche Evakuierung über das Meer wurden zwischenzeitlich Vorbereitungen getroffen. Boote der Hafenbehörde, der kroatischen Bergrettung und der Seepolizei standen bereit, um Menschen im Ernstfall von der Küste aus in Sicherheit bringen zu können. Letztlich war eine großangelegte Evakuierung der Ortschaften nicht notwendig. Ein Teil der Bevölkerung wurde vorsorglich aus besonders gefährdeten Bereichen gebracht.
Am Samstag wurde zudem bekannt, dass Menschen von der Fischzuchtanlage Sardine in der Bucht Maslinova evakuiert worden waren, nachdem sich die Flammen dem Gebiet genähert hatten. Die Maßnahme zeigt, wie dynamisch sich die Situation weiterhin entwickelt.
Vier Löschflugzeuge im Einsatz
Inzwischen ist der Einsatz zu einer groß angelegten Operation geworden. In der Nacht kämpften rund 134 Feuerwehrleute mit 36 Fahrzeugen gegen die Flammen. Weitere Kräfte wurden aus verschiedenen Teilen Kroatiens nach Brač beordert. Auch Feuerwehrleute aus den Gespanschaften Šibenik-Knin und Zadar sowie Interventionseinheiten aus anderen Regionen verstärkten die örtlichen Mannschaften.
Aus der Luft unterstützen vier Canadair-Löschflugzeuge die Bodenkräfte. Zuvor waren zeitweise sogar noch mehr Löschflugzeuge im Einsatz. Die Flugzeuge versuchen, die Ausbreitung des Feuers an den besonders kritischen Abschnitten zu bremsen und den Einsatzkräften am Boden den Zugang zu den Flammen zu ermöglichen.
Die besondere Schwierigkeit liegt im Wind. Die Feuerfront kann dadurch ihre Richtung verändern und innerhalb kurzer Zeit neue Bereiche erfassen. Nach Angaben der Einsatzleitung bewegte sich das Feuer zuletzt vor allem nach Westen und Südwesten in Richtung des Gemeindegebiets von Milna. Milna selbst war nach den jüngsten Angaben nicht unmittelbar gefährdet.
Der Brand bewegt sich in Richtung Küste
Die Feuerwehr versucht inzwischen gezielt, die weitere Ausbreitung des Feuers in Richtung Meer zu lenken. Gleichzeitig konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf den Schutz besonders wichtiger und gefährdeter Bereiche. Dazu gehört auch die historische Wüstenklause Blaca, deren Umgebung ebenfalls von den Flammen bedroht ist.
Gerade die Kombination aus trockenem Bewuchs, schwer zugänglichem Gelände und wechselnden Windverhältnissen macht den Einsatz auf der Insel schwierig. Was an einer Stelle unter Kontrolle gebracht scheint, kann sich wenige Kilometer entfernt erneut zu einer gefährlichen Feuerfront entwickeln.
Die offiziellen Schätzungen gehen derzeit von rund 1.500 Hektar verbrannter beziehungsweise vom Feuer erfasster Fläche aus. Der Kommandant der Feuerwehr von Supetar sprach allerdings von einer deutlich höheren persönlichen Einschätzung und schätzte die betroffene Fläche auf mehr als 3.000 Hektar, insbesondere mit Blick auf Kiefernwald, Macchia und niedriges Buschwerk. Diese Zahl ist bislang keine offizielle Flächenbilanz und sollte daher entsprechend vorsichtig eingeordnet werden.
Noch keine Entwarnung für Brač
Trotz einzelner Verbesserungen gibt es deshalb weiterhin keinen Grund für eine Entwarnung. Die Feuerwehr meldete am Samstagmorgen zwar eine etwas bessere Situation als während der Nacht, doch das Feuer war weiterhin aktiv und nicht vollständig unter Kontrolle.
Für die Menschen auf Brač ist entscheidend, dass die Wohnhäuser bislang geschützt werden konnten. Gleichzeitig zeigt der Umfang des Brandes, wie groß die Belastung für die Einsatzkräfte inzwischen ist. Verstärkung aus mehreren Teilen Kroatiens ist auf dem Weg beziehungsweise bereits auf der Insel eingetroffen.
Die kommenden Stunden dürften deshalb entscheidend sein. Sollte der Wind nachlassen und es den Löschmannschaften gelingen, die wichtigsten Brandfronten zu stabilisieren, könnte sich die Lage allmählich entspannen. Solange sich das Feuer jedoch weiter durch trockene Vegetation bewegt und der Wind die Richtung der Flammen beeinflusst, bleibt die Gefahr einer erneuten Ausbreitung bestehen.
Brač erlebt damit einen der schwersten Brandeinsätze dieses Sommers. Noch wichtiger als die Zahl der bereits zerstörten Hektar ist für die Einsatzkräfte derzeit jedoch eine andere Bilanz: Trotz der enormen Ausdehnung des Feuers konnten die besonders gefährdeten Wohngebiete bislang geschützt und eine großangelegte Evakuierung verhindert werden. Die Löscharbeiten gehen unterdessen unvermindert weiter.
Foto: Morski.hr



