Kroatien investiert sechs Milliarden Euro in die Bahn: Rund 1.000 Kilometer Strecke sollen bis 2035 modernisiert werden
Von Kroatien News Redaktion·28. September 2026 um 12:55

Kroatien steht vor einem gewaltigen Modernisierungsschub im Schienenverkehr. Bis zum Jahr 2035 sollen rund sechs Milliarden Euro in die kroatische Eisenbahninfrastruktur investiert werden. Ein großer Teil des teilweise veralteten Streckennetzes soll erneuert, ausgebaut und an moderne europäische Standards angepasst werden.
Nach Angaben der HŽ Infrastruktura sollen im Rahmen des langfristigen Investitionsprogramms rund 1.000 Kilometer Bahnstrecke modernisiert werden. Damit würde nahezu die Hälfte des kroatischen Eisenbahnnetzes von den geplanten Maßnahmen profitieren.
Milliarden für die Modernisierung
Das Investitionsprogramm umfasst zahlreiche Projekte im ganzen Land. Dabei geht es nicht nur um den Austausch alter Gleise.
Modernisiert werden sollen unter anderem Bahnhöfe, Bahnsteige, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge sowie Signal- und Sicherheitssysteme. Gleichzeitig sollen wichtige Streckenabschnitte ausgebaut werden, um höhere Geschwindigkeiten und eine größere Kapazität zu ermöglichen.
Ein erheblicher Teil der Finanzierung stammt aus europäischen Fördermitteln. Kroatien nutzt dabei unter anderem Gelder aus verschiedenen EU-Fonds für den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur.
Zagreb und Rijeka spielen eine zentrale Rolle
Besonders wichtig ist die Verbindung zwischen Zagreb und Rijeka. Der Ausbau dieser Strecke soll nicht nur den Personenverkehr verbessern, sondern auch den Gütertransport vom Hafen Rijeka in Richtung Mitteleuropa stärken.
Ein bedeutendes Projekt ist die Modernisierung der Strecke zwischen Hrvatski Leskovac und Karlovac. Dort wird die bestehende Bahnstrecke umfassend erneuert und um ein zweites Gleis erweitert.
Neben der eigentlichen Gleisinfrastruktur werden auch die Signal- und Telekommunikationstechnik sowie weitere technische Anlagen modernisiert.
Damit soll eine leistungsfähigere Verbindung zwischen Zagreb und dem wichtigen Hafenstandort Rijeka entstehen.
Auch Dugo Selo und Novska werden ausgebaut
Zu den größten Einzelprojekten gehört die Strecke zwischen Dugo Selo und Novska.
Auf einer Länge von rund 84 Kilometern soll die bestehende Infrastruktur modernisiert und teilweise um ein zweites Gleis erweitert werden. Auch Bahnhöfe und Haltestellen sollen erneuert werden.
Darüber hinaus sind Maßnahmen an zahlreichen Bahnübergängen sowie Verbesserungen bei Energieversorgung, Signaltechnik und Verkehrssteuerung vorgesehen.
Das Gesamtvolumen dieses Projekts liegt bei knapp 900 Millionen Euro.
Mehr Geschwindigkeit und kürzere Fahrzeiten
Ein wesentliches Ziel des gesamten Investitionsprogramms ist es, die Fahrzeiten innerhalb Kroatiens zu verkürzen.
Viele Bahnstrecken stammen aus einer Zeit, in der deutlich geringere Geschwindigkeiten üblich waren. Teilweise führen der Zustand der Infrastruktur und technische Einschränkungen heute dazu, dass Züge deutlich langsamer unterwegs sind, als es auf modernen europäischen Strecken möglich wäre.
Durch neue Gleise, modernisierte Streckenabschnitte und bessere Signaltechnik sollen die zulässigen Geschwindigkeiten auf zahlreichen Verbindungen erhöht werden.
Gleichzeitig sollen zusätzliche Gleise dafür sorgen, dass mehr Züge gleichzeitig auf wichtigen Strecken unterwegs sein können.
Nicht nur Gleise werden erneuert
Die Modernisierung betrifft auch die Bahnhöfe und Haltestellen.
Neue Bahnsteige, bessere Beleuchtung, moderne Informationssysteme und sicherere Zugänge sollen das Reisen mit der Bahn komfortabler und sicherer machen.
Auch Bahnübergänge stehen im Fokus. Wo es möglich und sinnvoll ist, sollen gefährliche Übergänge beseitigt oder durch Über- und Unterführungen ersetzt werden.
Damit geht es bei dem Milliardenprogramm nicht ausschließlich um schnellere Züge, sondern auch um eine Verbesserung der Sicherheit entlang des gesamten Netzes.
Auch neue Züge für Kroatien
Parallel zur Erneuerung der Infrastruktur wird auch der Fuhrpark modernisiert.
Die kroatische Bahn hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche neue Züge angeschafft. Darüber hinaus sind weitere Investitionen geplant, darunter neue Elektro-Batterie-Züge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur.
Damit soll nicht nur der Komfort für die Fahrgäste verbessert werden. Die neuen Fahrzeuge sollen auch dazu beitragen, den Bahnverkehr umweltfreundlicher und energieeffizienter zu machen.
Größter Investitionszyklus in der Geschichte der kroatischen Eisenbahn
Die Dimension der geplanten Investitionen ist enorm. Die HŽ Infrastruktura spricht von einem der größten, wenn nicht dem größten Modernisierungszyklus in der Geschichte der kroatischen Eisenbahninfrastruktur.
Bis 2035 sollen rund 1.000 Kilometer Bahnstrecke modernisiert werden.
Für Kroatien bietet sich damit die Möglichkeit, einen erheblichen Teil des über Jahrzehnte entstandenen Modernisierungsbedarfs abzubauen und das Schienennetz stärker an die europäischen Verkehrsachsen anzubinden.
Gleichzeitig wird die Umsetzung eine große Herausforderung. Bei zahlreichen Bauprojekten müssen bestehende Strecken während der Arbeiten teilweise gesperrt oder der Zugverkehr eingeschränkt werden.
Wenn die geplanten Projekte tatsächlich bis 2035 umgesetzt werden, könnte sich das kroatische Bahnnetz in den kommenden Jahren grundlegend verändern – mit moderneren Strecken, höheren Geschwindigkeiten, besseren Verbindungen und einer stärkeren Rolle der Eisenbahn im nationalen und europäischen Verkehr.
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