Kroatiens Zivilschutz warnt: Jeder Haushalt sollte für die ersten 72 Stunden vorsorgen
Von Kroatien News Redaktion·08. November 2026 um 08:34

Wasser, Lebensmittel und wichtige Alltagsgegenstände: Der kroatische Zivilschutz empfiehlt, dass jeder Haushalt für die ersten drei Tage einer außergewöhnlichen Krisensituation selbst vorbereitet ist. Wie das kroatische Fernsehen HRT berichtet, geht es dabei um mögliche Naturkatastrophen, Stromausfälle und andere Notlagen. Die Empfehlung bedeutet ausdrücklich nicht, dass professionelle Hilfe erst nach 72 Stunden eintreffen soll.
Warum gerade die ersten 72 Stunden entscheidend sind
Der kroatische Zivilschutz ruft die Bevölkerung dazu auf, sich besser auf außergewöhnliche Situationen vorzubereiten. Wie HRT am 7. November berichtete, erläuterte Tomislav Marević, Leiter des Bereichs Bereitschaft und Koordination bei der kroatischen Direktion für Zivilschutz, warum eine eigene Grundversorgung für die ersten drei Tage wichtig ist.
Nach seiner Einschätzung sind die ersten 72 Stunden eine kritische Phase. In dieser Zeit müssen Einsatzkräfte Schäden beurteilen, Hilfsmaßnahmen koordinieren und besonders gefährdete Menschen priorisieren. Wenn Haushalte zunächst selbstständig zurechtkommen, erleichtert das den Einsatzkräften die Arbeit.
Dabei geht es nicht nur um große Katastrophen. Auch ein längerer Stromausfall, eine Überschwemmung, ein Erdbeben oder eine andere Störung der Versorgung kann dazu führen, dass alltägliche Dinge vorübergehend nicht selbstverständlich verfügbar sind.
Hilfe kommt trotzdem sofort
Ein wichtiger Punkt der Empfehlung: Die 72 Stunden sind keine Wartefrist, nach der erst Hilfe organisiert wird.
Marević stellte gegenüber HRT ausdrücklich klar, dass die Unterstützung unmittelbar beginnt. Die eigene Vorsorge soll vielmehr dafür sorgen, dass Menschen die erste Phase einer Krise möglichst gut überstehen und Hilfskräfte ihre Ressourcen gezielt dort einsetzen können, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Der Zivilschutz unterscheidet dabei zwischen zwei Situationen: Wer zu Hause bleiben kann, sollte dort die wichtigsten Vorräte für drei Tage haben. Wenn eine Evakuierung erforderlich wird, braucht es dagegen einen gepackten Notfallrucksack mit den Dingen, die beim Verlassen der Wohnung mitgenommen werden müssen.
Was jeder Haushalt zu Hause haben sollte
Für die Grundversorgung in einer Krisensituation empfehlen sich vor allem Dinge, die auch ohne regelmäßige Versorgung oder funktionierende Infrastruktur benötigt werden.
Dazu gehören:
- Trinkwasser für alle Haushaltsmitglieder
- Haltbare Lebensmittel, die möglichst ohne aufwendige Zubereitung auskommen
- Regelmäßig benötigte Medikamente und wichtige Erste-Hilfe-Materialien
- Taschenlampe und Ersatzbatterien
- Geladenes Mobiltelefon und eine Powerbank
- Batterie- oder Kurbelradio, um wichtige Informationen auch bei Stromausfällen empfangen zu können
- Kopien wichtiger Dokumente und etwas Bargeld
- Hygieneartikel und weitere persönliche Notwendigkeiten
Die Zusammenstellung sollte an die Bedürfnisse des jeweiligen Haushalts angepasst werden. Familien mit Kindern, ältere Menschen und Personen, die regelmäßig Medikamente benötigen, müssen ihre persönlichen Anforderungen besonders berücksichtigen.
Wichtig ist außerdem, die Vorräte regelmäßig zu kontrollieren und Lebensmittel sowie Wasser rechtzeitig auszutauschen.
Was Kroatiens staatliche Reserven leisten können
Auch die staatlichen Vorräte waren Thema des HRT-Berichts. Nach Angaben von Marević sind die staatlichen Warenreserven auf eine Versorgung von rund 200.000 Menschen über einen Zeitraum von 60 Tagen bei rationellem Verbrauch ausgelegt.
Sie umfassen unter anderem lebensnotwendige Güter, Materialien und Ausrüstung, die bei größeren Unglücksfällen und Katastrophen zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung eingesetzt werden können.
Diese Zahl bedeutet allerdings nicht, dass die gesamten staatlichen Vorräte die komplette kroatische Bevölkerung 60 Tage lang versorgen könnten. Die Planung bezieht sich auf eine bestimmte Zahl von Menschen und auf einen rationellen Verbrauch.
Die staatliche Vorsorge und die private Vorbereitung ergänzen sich deshalb: Behörden organisieren die Versorgung und koordinieren die Hilfe, während Haushalte durch eigene Vorräte die erste Phase einer Krise besser bewältigen können.
Vorsorge statt Panikkäufe
Die Empfehlung des kroatischen Zivilschutzes ist kein Aufruf, große Mengen an Lebensmitteln zu horten oder aus Angst vor einer unmittelbar bevorstehenden Katastrophe einzukaufen. Es geht um eine vernünftige Vorbereitung auf Situationen, die den Alltag vorübergehend beeinträchtigen können.
Wer die wichtigsten Dinge bereits zu Hause hat, kann in einer Ausnahmesituation ruhiger reagieren und ist weniger abhängig davon, dass Geschäfte, Stromversorgung oder andere Dienstleistungen jederzeit funktionieren.
Die Botschaft aus Kroatien ist deshalb klar: Ein kleiner, gut durchdachter Vorrat kann im Ernstfall einen großen Unterschied machen. Drei Tage eigenständig zurechtzukommen, soll die Bevölkerung schützen und gleichzeitig den Einsatzkräften helfen, ihre Unterstützung möglichst effektiv zu organisieren.
Quelle: Kroatisches Fernsehen HRT, Bericht vom 7. November 2026.
Foto: KI



