Attentäter von Belgrad soll aus Deutschland abgeschoben worden sein – Anschlagspläne in München vermutet
Von Kroatien News Redaktion·28. Oktober 2026 um 14:33

Nach dem Terrorangriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad werden neue Details über den getöteten mutmaßlichen Täter bekannt. Laut serbischen Medien soll der Minderjährige bereits im Mai in München wegen des Verdachts auf geplante terroristische Aktivitäten festgenommen und im Juli nach Serbien abgeschoben worden sein. Besonders brisant: Er soll einen Angriff auf die jüdische Gemeinschaft in München erwogen haben.
Der Terrorangriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad hat eine neue Dimension bekommen. Wie der serbische Nachrichtensender N1 unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, war der mutmaßliche Angreifer den deutschen Sicherheitsbehörden offenbar bereits bekannt.
Der Minderjährige soll im Mai 2026 in München festgenommen worden sein. Der Verdacht: Er könnte einen terroristischen Anschlag vorbereitet haben. Im Juli sei er anschließend nach Serbien abgeschoben worden. Die Angaben wurden unter anderem vom kroatischen Nachrichtenportal Večernji list aufgegriffen.
Eine unabhängige Bestätigung dieser Informationen durch deutsche Behörden liegt bislang nicht vor. Die Hintergründe müssen deshalb weiterhin sorgfältig geprüft werden.
Verdacht auf Anschlagspläne gegen die jüdische Gemeinschaft in München
Nach den von N1 veröffentlichten Informationen sollen deutsche Sicherheitsbehörden den Jugendlichen nach seiner Festnahme ausführlich befragt haben. Dabei soll er geschildert haben, wie er sich im Internet zunehmend für islamistischen Fundamentalismus und terroristische Organisationen wie Al-Qaida und den sogenannten Islamischen Staat interessiert habe.
Den Berichten zufolge soll er nach dem Kontakt mit einer bislang unbekannten Person in Deutschland begonnen haben, einen Angriff auf die jüdische Gemeinschaft in München zu planen.
Ob konkrete Anschlagsvorbereitungen vorlagen und welche Erkenntnisse den deutschen Behörden tatsächlich vorlagen, ist bislang nicht öffentlich abschließend geklärt. Auch zu den genauen rechtlichen Voraussetzungen und Umständen seiner Rückführung nach Serbien liegen derzeit keine unabhängig bestätigten Details vor.
Angriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad
In der Nacht auf Mittwoch, den 28. Oktober 2026, griff der mutmaßliche Täter vor der israelischen Botschaft in Belgrad einen Angehörigen der serbischen Gendarmerie mit zwei Messern an.
Der serbische Innenminister Ivica Dačić erklärte, der Angreifer habe während des Angriffs „Allahu Akbar“ gerufen. Der Sicherheitsbeamte habe sich verteidigt und den Angreifer erschossen. Der Beamte erlitt eine Schnittverletzung im Gesicht und wurde leicht verletzt.
Dačić bezeichnete den Vorfall als Terrorangriff und ordnete die höchste Terrorwarnstufe an. Zudem sollten die Sicherheitsmaßnahmen an wichtigen Einrichtungen und Orten mit größeren Menschenansammlungen verstärkt werden.
Nach Angaben des Ministers war der Angreifer den serbischen Sicherheitsdiensten bereits bekannt. Auf seinem Instagram-Profil sollen eine schwarze Flagge und Symbole des sogenannten Islamischen Staates zu sehen gewesen sein.
Warum der Fall auch Deutschland beschäftigt
Sollten sich die Berichte über die Festnahme in München und die mutmaßlichen Anschlagspläne bestätigen, wirft der Fall wichtige Fragen zur Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und zum Umgang mit mutmaßlich radikalisierten Minderjährigen auf.
Dabei geht es insbesondere darum, welche Erkenntnisse deutsche Behörden vor der Rückführung hatten, welche rechtlichen Entscheidungen getroffen wurden und ob nach der Rückkehr nach Serbien weiterhin Informationen über den Jugendlichen vorlagen.
Aus den bisher veröffentlichten Berichten lässt sich nicht abschließend ableiten, ob deutsche Behörden bei der Festnahme oder der Abschiebung Fehler gemacht haben. Dafür fehlen bislang bestätigte Informationen über den konkreten Ermittlungsstand und die rechtlichen Hintergründe.
Was bislang bekannt ist – und was noch offen bleibt
Nach dem aktuellen Stand der Berichterstattung stehen drei Angaben im Mittelpunkt: die mutmaßliche Festnahme in München im Mai, die Rückführung nach Serbien im Juli und der tödliche Angriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad am 28. Oktober.
Die Informationen zur Vorgeschichte in Deutschland stammen bislang aus Berichten, die sich auf Polizeiquellen berufen. Eine vollständige offizielle Darstellung der deutschen Behörden liegt nicht vor.
Die Ermittlungen zum Angriff in Belgrad dauern an. Ob und in welchem Umfang die früheren Vorgänge in München mit der späteren Tat zusammenhängen, müssen die zuständigen Behörden klären.
Foto: Innenministerium Serbiens (MUP)



