Kroatisches Gericht genehmigt Auslieferung von Nord-Stream-Verdächtigem nach Deutschland
Von Kroatien News Redaktion·25. September 2026 um 07:40

Ein kroatisches Gericht hat die Auslieferung eines ukrainischen Staatsbürgers nach Deutschland genehmigt, der im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines gesucht wird.
Der Mann war im August in Pula festgenommen worden. Grundlage dafür war ein von Deutschland ausgestellter Europäischer Haftbefehl. Nun hat das zuständige Gericht die Auslieferung nach Deutschland grundsätzlich genehmigt.
Verdächtiger in Pula festgenommen
Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen ukrainischen Staatsbürger, der von den deutschen Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit den Explosionen an den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 gesucht wird.
Die deutschen Behörden werfen ihm vor, Teil einer Gruppe gewesen zu sein, die an der Vorbereitung und Durchführung der Sabotage beteiligt gewesen sein soll.
Der Mann soll über Erfahrungen als Taucher verfügen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er gemeinsam mit weiteren Personen an der Vorbereitung der Sprengungen beteiligt gewesen sein könnte.
Wichtig: Der Mann gilt als Tatverdächtiger und nicht als rechtskräftig verurteilter Täter.
Festnahme während eines Aufenthalts in Kroatien
Die Festnahme erfolgte in Pula, nachdem die kroatischen Behörden aufgrund des europäischen Haftbefehls auf den Mann aufmerksam geworden waren.
Für die Ermittler war der Zugriff besonders relevant, da der Verdächtige zuvor bereits in einem anderen europäischen Land festgenommen worden war.
In Polen war er bereits im vergangenen Jahr aufgrund des deutschen Haftbefehls festgenommen worden. Dort kam er später wieder frei.
Nun könnte es tatsächlich zu einer Überstellung nach Deutschland kommen.
Verteidigung kann noch Rechtsmittel einlegen
Die Entscheidung des kroatischen Gerichts bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass der Verdächtige unmittelbar nach Deutschland gebracht wird.
Seine Verteidigung kann gegen die Entscheidung vorgehen. Damit könnte sich die Auslieferung noch weiter verzögern.
Sollte die Überstellung letztlich erfolgen, müsste sich der Beschuldigte anschließend in Deutschland den dortigen Ermittlungsbehörden und Gerichten stellen.
Nord-Stream-Sabotage weiter nicht abschließend aufgeklärt
Die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines im September 2022 haben bis heute weitreichende politische und juristische Folgen.
Bei den Explosionen wurden mehrere Leitungsstränge von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 schwer beschädigt.
Die deutschen Ermittler verfolgen inzwischen konkrete Verdachtsmomente gegen mehrere Personen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wer die Sabotage vorbereitet und durchgeführt hat und welche Rolle die einzelnen Verdächtigen dabei gespielt haben.
Mit der möglichen Auslieferung des in Kroatien festgenommenen Ukrainers könnte nun ein weiterer Verdächtiger in Deutschland zur Aufklärung des Falls beitragen.
Noch ist allerdings kein rechtskräftiges Urteil gefallen. Die konkreten Vorwürfe müssen im weiteren Verfahren geprüft werden.
Foto: Czarek Sokolowski/AP/dpa



