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Kroatiens Strände sind keine öffentlichen Aschenbecher: 400.000 Zigarettenstummel gesammelt

Von Kroatien News Redaktion · Übersetzt aus Kroatien News·30. August 2026 um 13:25

Kroatiens Strände sind keine öffentlichen Aschenbecher: 400.000 Zigarettenstummel gesammelt

Zigarettenstummel gehören zu den häufigsten Abfällen in der Umwelt. In Kroatien machen Umweltinitiativen jetzt mit einer beeindruckenden Zahl auf das Problem aufmerksam: Mehr als 400.000 Stummel wurden innerhalb von drei Jahren gesammelt. Die Forderung der Aktivisten ist deutlich: Es braucht auch Konsequenzen für diejenigen, die ihre Zigaretten einfach auf den Boden werfen.

Mehr als 400.000 Zigarettenstummel haben die kroatischen Umweltverbände Čisteći medvjedići und RokOtok seit Beginn ihrer Kampagne „Baci čik u koš“ eingesammelt. Die Aktion läuft seit September 2023 und soll auf ein Problem aufmerksam machen, das vielerorts zum alltäglichen Bild gehört: achtlos weggeworfene Zigarettenstummel.

Wie groß das Problem tatsächlich ist, zeigte sich zuletzt in Nova Kapela . Dort sammelten die Teilnehmer einer gemeinsamen Aufräumaktion innerhalb kurzer Zeit rund 8.500 Zigarettenstummel – ein trauriger Rekord für die Region. Besonders bemerkenswert: Unter den Helfern waren viele Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. 🧒🌱

Zigarettenfilter sind nicht harmlos

Was für viele Raucher wie ein kleines und scheinbar unbedeutendes Stück Abfall wirkt, kann für die Umwelt durchaus problematisch sein. Zigarettenfilter bestehen unter anderem aus Celluloseacetat, einem Kunststoff , und zersetzen sich deshalb nur sehr langsam.

Gleichzeitig können verschiedene Schadstoffe aus den Stummeln in den Boden und ins Wasser gelangen. Damit werden ausgerechnet jene Orte belastet, die eigentlich zum Erholen und Genießen gedacht sind: Parks, Spielplätze, Straßenränder, Wälder – und natürlich auch die Strände entlang der kroatischen Küste. 🌊🏖️

Weltweit landen Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 4,5 Billionen Zigarettenstummel außerhalb von Abfalleimern. Damit gehören sie zu den am häufigsten achtlos weggeworfenen Abfällen überhaupt.

„Es müssen Strafen eingeführt werden“

Für Perica Štefan, Leiter der Kampagne und Gründer der Čisteći medvjedići , ist deshalb klar, dass reine Aufklärungsarbeit nicht ausreicht.

Nach mehr als sechs Jahren Arbeit im Umweltschutz seien die Initiatoren zu dem Schluss gekommen, dass es für einen Teil der Bevölkerung offenbar andere Maßnahmen brauche. Štefan fordert deshalb klare, konkrete und vor allem durchsetzbare Strafen für das Wegwerfen von Zigarettenstummeln.

Sein Appell richtet sich sowohl an das kroatische Umweltministerium als auch an die Kommunen. Sie sollten entsprechende Regelungen schaffen und deren Einhaltung auch kontrollieren.

Besonders problematisch rund um Schulen und Spielplätze

Die Umweltverbände sehen das Problem vor allem dort kritisch, wo sich viele Kinder aufhalten. Zigarettenstummel liegen häufig in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Kinderspielplätzen .

Gerade dort sei besondere Rücksichtnahme gefragt. Die Botschaft der Aktivisten lautet deshalb sinngemäß: Wer schon raucht, sollte seinen Zigarettenstummel zumindest ordnungsgemäß entsorgen.

Denn ein Strand, ein Spielplatz oder eine Parkanlage ist kein öffentlicher Aschenbecher.

Mehr als 80 Reinigungsaktionen

Die Kampagne „Baci čik u koš“ hat inzwischen zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. Mehr als 80 sogenannte „Čikolovi“ – also Sammelaktionen speziell für Zigarettenstummel – fanden unter anderem in Zagreb, Nova Kapela, Križevci und Varaždin statt.

Auch außerhalb Kroatiens waren die Aktivisten unterwegs. Bei einer großen Aktion rund um die Tromostovje in Ljubljana kamen mehr als 9.000 Zigarettenstummel zusammen. Kleinere Reinigungsaktionen gab es außerdem in Österreich, Zürich und Gibraltar.

Um Raucher gleichzeitig für das Thema zu sensibilisieren, verteilen die Initiatoren kleine Taschenaschenbecher. Mehr als 1.000 dieser „Čm pepeljarice“ wurden bereits ausgegeben.

Umweltbildung beginnt bei den Kindern

Neben den praktischen Aufräumaktionen setzen die Čisteći medvjedići auch auf Umweltbildung. Gemeinsam mit den Bibliotheken der Stadt Zagreb führten sie beispielsweise das Projekt „Ekološka knjižnica“ durch.

Dabei beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Grundschulklassen auf spielerische Weise mit Umweltschutz und nachhaltigem Verhalten. Literatur, Gespräche, Spiele und praktische Aktivitäten sollten dabei vermitteln, dass Umweltschutz nicht erst bei großen politischen Entscheidungen beginnt, sondern im Alltag jedes Einzelnen.

Die Botschaft ist einfach

400.000 gesammelte Zigarettenstummel in drei Jahren – und 8.500 allein bei einer einzigen Aktion: Die Zahlen zeigen, wie groß das Problem des achtlos weggeworfenen Zigarettenabfalls ist.

Gerade in einem Land wie Kroatien, dessen Küste, Inseln und Strände zu den wichtigsten Natur- und Urlaubszielen Europas gehören, stellt sich deshalb eine einfache Frage:

Müssen wir uns wirklich daran gewöhnen, dass Zigarettenstummel zum Strandbild gehören?

Die Antwort der Umweltinitiativen ist eindeutig: Nein.

🏖️ Kroatiens Strände sind keine öffentlichen Aschenbecher.

Wer raucht, sollte seinen Stummel vollständig ausdrücken und anschließend im vorgesehenen Abfall entsorgen. Denn was für den Einzelnen nur ein kleiner Stummel ist, summiert sich in der Umwelt schnell zu einem gewaltigen Müllproblem.

„Wenn du rauchst, wirf den Stummel in den Mülleimer – nicht auf den Boden!“ 🚭🗑️🌱

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