Neue Maut in Kroatien: Einige Autofahrer müssen ihr Fahrzeug künftig registrieren
Von Kroatien News Redaktion·24. September 2026 um 09:15

Auf Kroatiens Autobahnen steht eine große Veränderung bevor. Das bisherige System mit Mautstationen soll durch ein vollständig digitales Mautsystem ersetzt werden. Für bestimmte Autofahrer bedeutet das: Sie müssen ihr Fahrzeug künftig vor der Fahrt im System registrieren.
Das neue System trägt den Namen Crolibertas und soll den Verkehr auf den kroatischen Autobahnen deutlich vereinfachen. Statt an Mautstationen anzuhalten, sollen Fahrzeuge künftig ohne Unterbrechung durchfahren können.
Keine Mautstationen mehr
Das neue System basiert auf dem sogenannten „Free Flow“-Prinzip. Über den Autobahnen werden Portale installiert, die Fahrzeuge während der Fahrt erfassen.
Die Maut wird dabei weiterhin abhängig von der zurückgelegten Strecke und der Fahrzeugkategorie berechnet.
Für Pkw gibt es künftig grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Erfassung und Bezahlung.
Zum einen kann weiterhin ein ENC-Gerät verwendet werden. Zum anderen können Fahrzeuge über die automatische Erkennung des Kennzeichens erfasst werden.
Für schwere Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen soll ein ENC-Gerät verpflichtend sein.
Besonders wichtig für ausländische Autofahrer
Eine wichtige Änderung betrifft Autofahrer, die mit ihrem Fahrzeug aus dem Ausland nach Kroatien kommen.
Nach Angaben der kroatischen Autobahngesellschaft HAC muss das Fahrzeug vor der Einfahrt auf die Autobahn im System registriert und mit einem gültigen Zahlungsmittel sowie dem Kennzeichen verknüpft werden.
Das betrifft insbesondere Nutzer, die kein ENC-Gerät verwenden.
Für Autofahrer aus Ländern wie Bosnien und Herzegowina ist diese Änderung deshalb besonders relevant. Sie müssen sich vor der Nutzung der kroatischen Autobahnen mit dem neuen Verfahren vertraut machen.
Auch für deutsche Urlauber kann das System interessant sein, insbesondere wenn sie regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug nach Kroatien reisen.
212 Portale werden installiert
Die technische Umstellung läuft bereits.
Nach Angaben der HAC müssen auf dem kroatischen Autobahnnetz insgesamt 212 Portale installiert werden. Bis zum 24. September waren davon bereits 111 Portale aufgestellt.
Auf den Autobahnen A3, A4, A5 und A11 sind laut HAC bereits alle vorgesehenen Portale installiert. Auf den Strecken A1, A2 und A6 laufen die Arbeiten weiter.
Die Portale ersetzen langfristig die bisherigen Mautstationen.
Start für März 2027 geplant
Nach den bisherigen Planungen soll Crolibertas am 1. März 2027 in Betrieb gehen.
Bis dahin müssen die technische Infrastruktur fertiggestellt und die verschiedenen Systeme umfassend getestet werden.
Nach Angaben der HAC wurden bereits zwei Tests des neuen Systems durchgeführt. Außerdem wurden 74 Fahrzeuge für die Überwachung und Kontrolle der Maut ausgerüstet.
Das neue System wird von einem Konsortium der Unternehmen SkyToll und TollNet umgesetzt.
Auch Barzahlung bleibt grundsätzlich möglich
Mit der Umstellung verschwindet die Möglichkeit der Barzahlung nicht vollständig.
Allerdings wird es künftig nicht mehr möglich sein, an einer klassischen Mautstation beim Personal zu bezahlen. Stattdessen soll eine Barzahlung beispielsweise über Verkaufsstellen der Autobahngesellschaften möglich sein.
Für Autofahrer bedeutet das insgesamt eine Umstellung: Wer auf kroatischen Autobahnen unterwegs ist, muss künftig vor allem darauf achten, dass sein Fahrzeug korrekt im neuen System erfasst ist und eine gültige Zahlungsmethode hinterlegt wurde.
Autofahrer sollten sich vor der Reise informieren
Für die meisten Urlauber dürfte die Umstellung vor allem bedeuten, dass die bisher bekannten Mautstationen verschwinden und die Abrechnung automatisch erfolgt.
Wer regelmäßig nach Kroatien fährt, sollte sich deshalb rechtzeitig mit den neuen Regeln vertraut machen.
Ab dem geplanten Start im März 2027 soll die Fahrt über Kroatiens Autobahnen damit ohne Anhalten an Mautstationen möglich sein. Für Pkw bleibt die Wahl zwischen ENC-Gerät und automatischer Kennzeichenerfassung bestehen, während schwere Fahrzeuge künftig verpflichtend mit ENC ausgestattet sein müssen.
Foto: Igor Soban/PIXSELL



