Der Mann hinter den Vatreni-Talenten: Wie Kroatien in Deutschland seine Fußball-Zukunft sichert

IMG 4625 1

Während sich viele Anhänger des kroatischen Fußballs bereits Gedanken über die Zeit nach Luka Modrić machen, gibt es hinter den Kulissen Menschen, die dieser Zukunft sehr gelassen entgegensehen. Einer von ihnen ist Danijel Lučić – ein Mann, der in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, dessen Einfluss auf die Entwicklung des kroatischen Nachwuchsfußballs jedoch enorm ist. Wie die kroatische Tageszeitung Jutarnji List berichtet, zählt Lučić zu den zentralen Figuren der Talentsuche in der kroatischen Diaspora in Deutschland.

Manager auf Topniveau – Scout aus Überzeugung

Lučić ist technischer Koordinator des kroatischen Fußballverbands für die Nachwuchsarbeit in Deutschland. Gleichzeitig blickt er auf eine beeindruckende Karriere außerhalb des Sports zurück: Als Vorstandsmitglied der deutschen Niederlassung des internationalen Industriekonzerns Saint-Gobain trägt er Verantwortung für mehrere Werke, tausende Arbeitsplätze und einen Milliardenumsatz. Dennoch findet er seit vielen Jahren Zeit für den Fußball – ehrenamtlich und aus tiefer persönlicher Überzeugung.

Ehrenamt als Herzensangelegenheit

Sein Engagement für den kroatischen Fußball begann 2009. Seitdem widmet sich Lučić mit großem Enthusiasmus der Aufgabe, junge Spieler mit kroatischen Wurzeln zu entdecken, zu begleiten und an den kroatischen Verband heranzuführen. Laut Jutarnji List versteht er diese Arbeit nicht als Hobby, sondern als eine Art Mission: Talente sollen nicht nur sportlich, sondern auch emotional an Kroatien gebunden werden.

Namen, die man heute kennt

Diese langfristige Arbeit trägt Früchte. Zahlreiche Spieler, die heute zum erweiterten oder festen Kreis der Nationalmannschaft gehören, wurden frühzeitig von Lučić und seinem Team entdeckt und begleitet. Darunter sind Namen wie Marin Pongračić, Josip Stanišić, Marco Pašalić oder Igor Matanović.

Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte von Josip Stanišić. Der Verteidiger spielte in jungen Jahren für deutsche Nachwuchsnationalmannschaften und stand bereits im Fokus des deutschen Fußballsystems. Wie im Jutarnji List geschildert, genügte ein kurzer Hinweis, ein klärendes Gespräch mit der Familie und eine schnelle Entscheidung des kroatischen Verbands, um Stanišić für Kroatien zu gewinnen.

Vukovar als emotionaler Anker

Ein zentrales Element der Diaspora-Arbeit ist das jährliche Jugendturnier in Vukovar. Dort treffen sich Nachwuchsspieler aus Kroatien und der ganzen Welt, um sich sportlich zu messen und zugleich einen Bezug zur kroatischen Geschichte herzustellen. Viele der Jugendlichen besitzen zu diesem Zeitpunkt ausschließlich einen deutschen Pass.

Der Besuch historischer Orte, Gespräche über den Krieg und die Bedeutung der Stadt hinterlassen laut Lučić tiefe Eindrücke. Nicht selten kehren die Jugendlichen nach Deutschland zurück und bitten ihre Eltern, kroatische Dokumente zu beantragen.

Keine Sorge vor der Zeit nach Modrić

Besonders optimistisch äußert sich Lučić über die kommenden Generationen. Die Jahrgänge 2010, 2011 und 2012 bezeichnet er als außergewöhnlich talentiert. Nach seinen Worten müsse sich der kroatische Fußball keine Sorgen um die Zeit nach Luka Modrić machen – im Gegenteil: Die Qualität, die nachrücke, verspreche eine äußerst spannende Zukunft.

Entscheidend sei dabei nicht allein die Technik, sondern die innere Haltung. Herz, Identifikation und familiärer Zusammenhalt seien die Faktoren, die Kroatien immer wieder in entscheidenden Momenten stark machten.

Lob für neue Köpfe im Verband

Große Anerkennung findet bei Lučić auch die Arbeit von Josip Tomaško, dem neuen Generalsekretär des kroatischen Fußballverbands. Er habe die Diaspora-Arbeit bereits in Zeiten getragen, in denen sie kaum Beachtung fand. Seine Ernennung sei ein klares Signal für einen Generationenwechsel im Verband.

Ein Netzwerk aus Überzeugungstätern

Heute arbeiten in Deutschland rund 20 Scouts für den kroatischen Verband. Sie sind mit nahezu allen relevanten Vereinen vernetzt und verfolgen junge Spieler mit kroatischen Wurzeln – komplett ehrenamtlich. Geld spiele dabei keine Rolle, entscheidend sei die Liebe zum Land. Ein zentraler Bestandteil dieses Netzwerks ist Ante Udbinac, der seit Jahren als unermüdlicher Motor der kroatischen Nachwuchsarbeit in Deutschland gilt. Mit großem persönlichen Einsatz beobachtet er Talente, hält den direkten Kontakt zu Familien und Vereinen und sorgt für Kontinuität in der Arbeit vor Ort. Operativ ergänzt wird dieses Engagement durch Chef-Scout Marko Lucić, in der Szene als „Loki“ bekannt. Er ist nahezu jedes Wochenende auf deutschen Fußballplätzen unterwegs, sammelt Leistungs- und Entwicklungsdaten, beobachtet Spieler live und koordiniert die Zusammenarbeit innerhalb des Scout-Netzwerks sowie mit zahlreichen deutschen Klubs. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat der praktischen Talenterfassung für den kroatischen Fußballverband in Deutschland.

Lučić bringt es klar auf den Punkt: Für Kroatien solle nur spielen, wer es wirklich wolle. Leidenschaft, Identität und Stolz seien jene Faktoren, die in engen Spielen den Unterschied ausmachten.

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Sie suchen nach einer effektiven Möglichkeit Ihr Unternehmen zu präsentieren? Wir bieten Ihnen die ideale Plattform ein breites Publikum zu erreichen und steigern so die Sichtbarkeit Ihrer Marke!

Mehr zum Thema

Čilić zurück in den Top 50, Ruzić 55.
Sinner gewinnt den Titel in Indian Wells
Sabalenka gelingt die Wende und sie holt sich den Titel in Indian Wells.
Djokovic sagt Auftritt in Miami verletzungsbedingt ab

Kroatien News ist das erste und führende deutschsprachige Medium mit Nachrichten aus Kroatien. Wir liefern seit über 12 Jahren unabhängige Berichterstattung aus Kroatien. Zeitnah, informativ und überparteilich – vertrauen Sie auf unsere Expertise.

Immobilien und Reisen

Ferienunterkünfte

Yachten und Boote

Ausflüge

Business

business@kroatiennews.de

© 2024 Kroatien News