
Pula – Beim Verkauf der kroatischen Werft Uljanik Brodogradnja 1856 zeichnet sich offenbar ein Zweikampf ab. Nach Informationen des kroatischen Poslovni dnevnik sollen zwei verbindliche Angebote vorliegen – eines vom türkischen Schiffbauer Kuzey Star und eines von der luxemburgischen Mira Finance Capital Holding.
Offiziell bestätigt wurden die Details der Angebote bislang nicht. Entsprechend sind die genannten Summen derzeit als nicht offiziell bestätigte Informationen zu betrachten.
Dem Bericht zufolge soll Kuzey Star rund 12,5 Millionen Euro für den 97-prozentigen Staatsanteil an Uljanik geboten haben. Das Angebot des luxemburgischen Fonds soll sich auf etwa 14,5 Millionen Euro belaufen. Damit läge die Offerte von Mira Finance Capital Holding deutlich über dem ursprünglich festgelegten Mindestpreis.
Für den zum Verkauf stehenden Anteil hatte der Staat einen Ausgangspreis von 11,08 Millionen Euro angesetzt. Neben dem Kaufpreis spielt allerdings auch die Zukunft des traditionsreichen Standorts eine entscheidende Rolle. Zu den wesentlichen Bedingungen des Verkaufs gehört die Fortführung der Schiffbauaktivitäten in Pula.
Entscheidung bis Dezember erwartet
Der Wettbewerb um Uljanik geht damit in die entscheidende Phase. Der Verkauf des Unternehmens soll nach den Vorgaben des Ausschreibungsverfahrens innerhalb von 120 Tagen abgeschlossen werden. Eine endgültige Entscheidung wird demnach bis Mitte Dezember erwartet.
Wer letztlich den Zuschlag erhält, dürfte nicht allein vom gebotenen Kaufpreis abhängen. Auch die geplanten Investitionen, die langfristige Entwicklung der Werft und die Einhaltung der Bedingungen des Ausschreibungsverfahrens werden bei der Bewertung der Angebote eine wichtige Rolle spielen.
Für Uljanik wäre ein erfolgreicher Verkauf ein weiterer wichtiger Schritt in der Neuordnung des traditionsreichen Schiffbaustandorts. Die Werft blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Phasen der Restrukturierung und finanziellen Schwierigkeiten durchlaufen.
Bis zur offiziellen Entscheidung bleiben die derzeit kursierenden Angaben zu den beiden Angeboten jedoch vorläufig und unbestätigt.