Kroatien News

Filip Hrgović stoppt Dave Allen dominant – folgt jetzt das Duell mit Moses Itauma?

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Filip Hrgović hat seine Pflichtaufgabe eindrucksvoll erfüllt und Dave Allen am Samstagabend im Keepmoat Stadium in Doncaster klar dominiert. Der kroatische Schwergewichtler setzte sich nach drei einseitigen Runden durch TKO durch, nachdem Allens Trainer Jamie Moore das Handtuch geworfen hatte. Von Beginn an ließ Hrgović keinen Zweifel daran, wer der Chef im Ring ist. Der 34-Jährige kontrollierte die Distanz mit seinem starken Jab und setzte Allen früh mit präzisen rechten Händen sowie harten Körpertreffern unter Druck. Besonders in den ersten beiden Runden hatte der Brite große Probleme, überhaupt in Schlagdistanz zu kommen. Allen versuchte immer wieder, mit seinem gefürchteten Overhand-Right Akzente zu setzen, verfehlte jedoch häufig das Ziel. Hrgović dagegen arbeitete äußerst konzentriert und variabel. Immer wieder schlugen seine rechten Geraden und linken Haken zum Körper ein. Bereits nach zwei Runden zeichnete sich ein deutliches Bild ab: Allen stand massiv unter Druck und musste zahlreiche harte Treffer nehmen. In Runde drei erhöhte Hrgović dann endgültig das Tempo. Mit einer Serie wuchtiger Kombinationen drängte er Allen an die Seile und deckte ihn dort mit Power-Punches ein. Besonders die Körpertreffer des Kroaten zeigten Wirkung. Allen wirkte angeschlagen und konnte sich kaum noch befreien. Trainer Jamie Moore entschied schließlich richtig und warf das Handtuch, um seinen Schützling vor weiterem Schaden zu bewahren. Für Filip Hrgović war es der nächste wichtige Sieg nach seiner Niederlage gegen Daniel Dubois im Juni 2024. Seitdem hat sich der Kroate mit Erfolgen gegen Joe Joyce, David Adeleye und nun Dave Allen wieder zurück in die Spitzengruppe des Schwergewichts gearbeitet. Mit seiner Bilanz von nun 20-1 (15 KOs) bleibt Hrgović ein ernsthafter Faktor im Rennen um große Kämpfe und WM-Chancen. Noch spannender dürfte jedoch sein, was als Nächstes kommt. In den vergangenen Tagen wurde intensiv über ein mögliches Duell zwischen Hrgović und Schwergewichtstalent Moses Itauma spekuliert. Laut Berichten aus dem Umfeld von Queensberry Promotions wird ein Kampf für August in Betracht gezogen. Moses Itauma gilt aktuell als eines der größten Talente der gesamten Gewichtsklasse. Der erst 21-jährige Brite ist weiterhin ungeschlagen und hält einen beeindruckenden Rekord von 14-0 mit 12 Knockouts. Zuletzt sorgte Itauma mit dominanten Siegen gegen Mike Balogun, Dillian Whyte und Jermaine Franklin für Aufsehen. Besonders der vorzeitige Sieg gegen Franklin unterstrich seinen Status als kommender Topstar im Schwergewicht. Interessant: Itauma soll am Samstagabend sogar in Doncaster vor Ort gewesen sein, was die Spekulationen um ein direktes Aufeinandertreffen zusätzlich befeuerte. Sportlich wäre das Duell hochinteressant. Auf der einen Seite der erfahrene Top-Contender Filip Hrgović, auf der anderen Seite das junge Ausnahme-Talent Moses Itauma, das von vielen bereits als zukünftiger Weltmeister gehandelt wird. Zunächst darf Hrgović jedoch seinen dominanten Sieg gegen Dave Allen genießen. Sollte Queensberry die Pläne tatsächlich umsetzen, könnte das Schwergewicht im August einen echten Kracher bekommen.

ESC-Auftritt mit historischer Wucht: Kroatiens „Andromeda“ erzählt vom Schicksal katholischer Frauen in Bosnien-Herzegowina

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Zwischen Pyrotechnik, Pop-Inszenierungen und kalkulierten ESC-Momenten wirkte Kroatiens Beitrag in diesem Jahr beinahe wie ein Fremdkörper. Und genau darin lag seine Kraft. Mit „Andromeda“ brachte die kroatische Gruppe Lelek beim Eurovision Song Contest 2026 nicht nur ein Lied auf die Bühne, sondern ein kulturelles Gedächtnis. Der Auftritt verband ethnische Klangmotive, sakrale Symbolik und historische Erinnerung zu einer der politisch und emotional dichtesten Darbietungen des diesjährigen Wettbewerbs. Schon die ersten Zeilen des Liedes geben die Richtung vor: „Wenn du eine Kerze anzündest, frag deine Großmutter,warum sie ihre Töchter in Angst geboren hat.“ Es sind Verse, die nicht auf schnelle Wirkung zielen, sondern auf Erinnerung. Erinnerung an Generationen katholischer Frauen in Bosnien-Herzegowina, deren Leben über Jahrhunderte von Fremdherrschaft, Angst und dem Kampf um Identität geprägt war. Tätowierte Erinnerung gegen das Vergessen Besonders auffällig während des Auftritts waren die traditionellen Tätowierungen der Sängerinnen: feine Kreuze und ornamentale Symbole auf Händen und Armen. Was für viele Zuschauer zunächst wie ein ästhetisches Stilmittel wirkte, verweist tatsächlich auf eine historische Praxis katholischer Kroatinnen in Bosnien und der Herzegowina. Die Tradition, bekannt als „Sicanje“, reicht mehrere Jahrhunderte zurück und entwickelte sich insbesondere während der osmanischen Herrschaft. Mädchen und Frauen ließen sich christliche Symbole in die Haut stechen — Kreuze, Linien, Kreismotive. Historiker beschreiben diese Tätowierungen nicht nur als Ausdruck religiöser Zugehörigkeit, sondern auch als sichtbares Schutzsymbol. In vielen Regionen herrschte die Angst vor Verschleppung, Zwangskonvertierung oder sexueller Gewalt. Die Tätowierungen machten die christliche Identität der Frauen dauerhaft sichtbar. Die Haut wurde damit zugleich Glaubensbekenntnis und Widerstand. Dass Lelek diese Symbolik auf die ESC-Bühne bringt, ist bemerkenswert. Denn der Auftritt verweigert sich bewusst der folkloristischen Verklärung. Die traditionellen Zeichen erscheinen nicht als romantisches Ethno-Accessoire, sondern als Erinnerung an weibliche Verletzlichkeit — und weibliche Selbstbehauptung. Andromeda als Symbol der ausgelieferten Frau Auch der Titel des Liedes ist bewusst gewählt. In der griechischen Mythologie ist Andromeda jene Frau, die angekettet dem Tod ausgeliefert werden soll — geopfert für Konflikte, die andere verursacht haben. Erst später wird sie gerettet. Im kroatischen ESC-Beitrag wird diese Figur neu gelesen: nicht nur als Opfer, sondern als Sinnbild jener Frauen, deren Körper und Leben über Jahrhunderte zum Schauplatz politischer und religiöser Machtkämpfe wurden. Der wiederkehrende Wunsch, „zu den Sternen“ geführt zu werden, erhält dadurch eine doppelte Bedeutung. Er ist Fluchtfantasie und Erlösung zugleich. Ein Ort jenseits von Krieg, Trauma und Erinnerung. Ein ungewöhnlicher ESC-Moment Gerade deshalb ragte Kroatiens Auftritt aus dem üblichen Eurovision-Kosmos heraus. „Andromeda“ war kein Beitrag, der allein auf Eingängigkeit oder virale Wirkung setzte. Der Song verlangte Aufmerksamkeit, historische Einordnung und emotionale Offenheit. Während viele ESC-Performances in diesem Jahr auf kalkulierte Spektakel setzen, erinnerte Lelek daran, dass Popmusik auf dieser Bühne auch kulturelles Gedächtnis sein kann. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieses Auftritts: Dass er die Geschichte katholischer Frauen aus Bosnien-Herzegowina nicht museal erzählt, sondern in die Gegenwart holt — sichtbar, hörbar und unübersehbar.