Kroatien News

ESC-Auftritt mit historischer Wucht: Kroatiens „Andromeda“ erzählt vom Schicksal katholischer Frauen in Bosnien-Herzegowina

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Zwischen Pyrotechnik, Pop-Inszenierungen und kalkulierten ESC-Momenten wirkte Kroatiens Beitrag in diesem Jahr beinahe wie ein Fremdkörper. Und genau darin lag seine Kraft. Mit „Andromeda“ brachte die kroatische Gruppe Lelek beim Eurovision Song Contest 2026 nicht nur ein Lied auf die Bühne, sondern ein kulturelles Gedächtnis. Der Auftritt verband ethnische Klangmotive, sakrale Symbolik und historische Erinnerung zu einer der politisch und emotional dichtesten Darbietungen des diesjährigen Wettbewerbs. Schon die ersten Zeilen des Liedes geben die Richtung vor: „Wenn du eine Kerze anzündest, frag deine Großmutter,warum sie ihre Töchter in Angst geboren hat.“ Es sind Verse, die nicht auf schnelle Wirkung zielen, sondern auf Erinnerung. Erinnerung an Generationen katholischer Frauen in Bosnien-Herzegowina, deren Leben über Jahrhunderte von Fremdherrschaft, Angst und dem Kampf um Identität geprägt war. Tätowierte Erinnerung gegen das Vergessen Besonders auffällig während des Auftritts waren die traditionellen Tätowierungen der Sängerinnen: feine Kreuze und ornamentale Symbole auf Händen und Armen. Was für viele Zuschauer zunächst wie ein ästhetisches Stilmittel wirkte, verweist tatsächlich auf eine historische Praxis katholischer Kroatinnen in Bosnien und der Herzegowina. Die Tradition, bekannt als „Sicanje“, reicht mehrere Jahrhunderte zurück und entwickelte sich insbesondere während der osmanischen Herrschaft. Mädchen und Frauen ließen sich christliche Symbole in die Haut stechen — Kreuze, Linien, Kreismotive. Historiker beschreiben diese Tätowierungen nicht nur als Ausdruck religiöser Zugehörigkeit, sondern auch als sichtbares Schutzsymbol. In vielen Regionen herrschte die Angst vor Verschleppung, Zwangskonvertierung oder sexueller Gewalt. Die Tätowierungen machten die christliche Identität der Frauen dauerhaft sichtbar. Die Haut wurde damit zugleich Glaubensbekenntnis und Widerstand. Dass Lelek diese Symbolik auf die ESC-Bühne bringt, ist bemerkenswert. Denn der Auftritt verweigert sich bewusst der folkloristischen Verklärung. Die traditionellen Zeichen erscheinen nicht als romantisches Ethno-Accessoire, sondern als Erinnerung an weibliche Verletzlichkeit — und weibliche Selbstbehauptung. Andromeda als Symbol der ausgelieferten Frau Auch der Titel des Liedes ist bewusst gewählt. In der griechischen Mythologie ist Andromeda jene Frau, die angekettet dem Tod ausgeliefert werden soll — geopfert für Konflikte, die andere verursacht haben. Erst später wird sie gerettet. Im kroatischen ESC-Beitrag wird diese Figur neu gelesen: nicht nur als Opfer, sondern als Sinnbild jener Frauen, deren Körper und Leben über Jahrhunderte zum Schauplatz politischer und religiöser Machtkämpfe wurden. Der wiederkehrende Wunsch, „zu den Sternen“ geführt zu werden, erhält dadurch eine doppelte Bedeutung. Er ist Fluchtfantasie und Erlösung zugleich. Ein Ort jenseits von Krieg, Trauma und Erinnerung. Ein ungewöhnlicher ESC-Moment Gerade deshalb ragte Kroatiens Auftritt aus dem üblichen Eurovision-Kosmos heraus. „Andromeda“ war kein Beitrag, der allein auf Eingängigkeit oder virale Wirkung setzte. Der Song verlangte Aufmerksamkeit, historische Einordnung und emotionale Offenheit. Während viele ESC-Performances in diesem Jahr auf kalkulierte Spektakel setzen, erinnerte Lelek daran, dass Popmusik auf dieser Bühne auch kulturelles Gedächtnis sein kann. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke dieses Auftritts: Dass er die Geschichte katholischer Frauen aus Bosnien-Herzegowina nicht museal erzählt, sondern in die Gegenwart holt — sichtbar, hörbar und unübersehbar.

Zwischen Recht und Öffentlichkeit: Der Prozess um die „Karton revolucija“ in Bosnien und Herzegowina

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Im Hochland von Prokoško jezero, einem als Naturdenkmal ausgewiesenen See von seltener ökologischer Sensibilität, verdichtet sich ein Konflikt, der weit über die Grenzen der Region hinausweist. Was als lokaler Streit über Wasserleitungen begann, ist längst zu einem Symbolfall geworden – für den Zustand von Rechtsstaatlichkeit, Umweltpolitik und öffentlicher Kontrolle in Bosnien und Herzegowina. Im Zentrum stehen Aktivisten der Bewegung „Karton revolucija“, die sich seit Jahren gegen die fortschreitende Degradierung des Gebiets engagieren. Illegale Bebauung, infrastrukturelle Eingriffe und das Ausbleiben konsequenter staatlicher Aufsicht haben das einst geschützte Naturareal unter Druck gesetzt. Die Aktivisten wollten, so ihre Darstellung, durch eine spektakuläre Aktion auf diese Missstände aufmerksam machen: Sie durchtrennten Wasserleitungen, die – wie sie argumentieren – zur Versorgung nicht genehmigter Bauten dienten. Die Justiz sieht darin hingegen eine strafbare Sachbeschädigung. Vor Gericht steht somit nicht nur eine konkrete Handlung, sondern auch deren Deutung: ziviler Ungehorsam im Dienste des Gemeinwohls – oder rechtswidriger Eingriff in fremdes Eigentum. Doch der Prozess selbst ist inzwischen Teil der Kontroverse geworden. Während in frühen Verhandlungsphasen noch Audio- und Videoaufnahmen zugelassen waren, wurde dies in späteren Sitzungen untersagt. Beobachter werten diese Kehrtwende als problematisch. Denn gerade Verfahren, die ein hohes öffentliches Interesse berühren, leben von Transparenz – nicht zuletzt, um das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Justiz zu stärken. Ein nun eingereichter Antrag fordert deshalb, die anstehende Abschlussverhandlung öffentlich zu dokumentieren. Er beruft sich auf den Grundsatz der Öffentlichkeit gerichtlicher Verfahren, wie er auch in der europäischen Rechtstradition verankert ist. Tatsächlich garantiert Europäische Menschenrechtskonvention in Artikel 6 das Recht auf eine öffentliche Verhandlung – ein Prinzip, das nicht nur den Angeklagten schützt, sondern auch die Gesellschaft als Ganze. Der Fall wirft damit grundlegende Fragen auf: Wie weit darf zivilgesellschaftliches Engagement gehen, wenn staatliche Institutionen ihrer Schutzfunktion nicht nachkommen? Und wie offen muss ein Gericht agieren, wenn es über Handlungen urteilt, die sich selbst als Verteidigung des öffentlichen Interesses verstehen? Für viele Beobachter ist der Prozess ein Lackmustest. Nicht allein für den Umgang mit Umweltkonflikten, sondern für die Fähigkeit staatlicher Strukturen, Kritik auszuhalten und rechtsstaatlich einzuhegen. In einer Region, in der institutionelles Vertrauen oft fragil ist, kommt der symbolischen Dimension solcher Verfahren besondere Bedeutung zu. So steht am Ende nicht nur ein Urteil über zwei Aktivisten. Es geht auch um die Frage, wie sichtbar Recht gesprochen wird – und wem diese Sichtbarkeit zugestanden wird. Foto: Wikipedia / rejflinger

Polizeieinsatz gegen Adventsmarkt in Uskoplje sorgt für politische Spannungen in Bosnien-Herzegowina

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Gornji Vakuf-Uskoplje. Die kurzfristige Schließung der Weihnachtsveranstaltung „Advent in Uskoplje“ durch eine kantonale Inspektion in Begleitung der Polizei hat in Bosnien-Herzegowina erhebliche politische und gesellschaftliche Kontroversen ausgelöst. Kritiker sehen darin ein weiteres Beispiel für die strukturelle Benachteiligung der kroatischen Bevölkerungsgruppe in der ethnisch gemischten Gemeinde Gornji Vakuf-Uskoplje in Zentralbosnien. Der Vorsitzende der Kroatischen Republikanischen Partei (HRS), Slaven Raguž, machte den Vorfall am Donnerstagabend öffentlich. Nach seinen Angaben wurde die Veranstaltung genau in dem Moment unterbrochen, als sie begonnen hatte und sich zahlreiche Familien mit Kindern auf dem Gelände befanden. Die Besucher seien von den Adventshütten und dem Eislaufplatz verwiesen worden, anschließend habe die Polizei den Bereich mit Absperrband abgeriegelt. „Wenn es formale Mängel gegeben hätte, hätte man während der Vorbereitungen einschreiten können – nicht erst, wenn Kinder auf dem Eis stehen und die Musik läuft“, schrieb Raguž in sozialen Netzwerken. Er sprach von einer Machtdemonstration staatlicher Behörden und stellte die Frage, weshalb ein ordnungsgemäß angemeldetes Ereignis erst im laufenden Betrieb gestoppt worden sei. Mehrere Augenzeugen berichten zudem, dass bewaffnete Spezialeinheiten der Polizei auf das Gelände vorgedrungen seien, während Kinder Schlittschuh liefen, und diese zum Verlassen des Areals aufgefordert hätten. Offizielle Stellen äußerten sich zunächst nicht detailliert zu den Gründen des Einsatzes. Politische Dimension und ethnische Spannungen Raguž ordnete den Vorfall in einen breiteren politischen Kontext ein. Seiner Ansicht nach reiht sich die Schließung des Adventsmarktes in eine Serie von Maßnahmen ein, die den Verbleib der kroatischen Bevölkerung in der Region zunehmend erschweren sollen. Er verwies dabei auch auf einen ähnlichen Vorfall im nahegelegenen Žepče und stellte die provokante Frage, ob bereits der religiöse Charakter der Veranstaltung – der Begriff „Advent“ – als problematisch angesehen werde. Besonders brisant ist der Hinweis Raguž’, dass der kantonale Innenminister, unter dessen Verantwortung die Polizei handelt, selbst der kroatischen Volksgruppe angehört und Mitglied der HDZ ist. Von den führenden kroatischen politischen Akteuren in der Region forderte er eine klare Stellungnahme. Für Freitag, den 19. Dezember, wurde als Reaktion auf die Schließung ein friedlicher Protest auf einem Basketballplatz in Uskoplje angekündigt. Parallelen zum Streit um den Kohletagebau Der bekannte bosnisch-kroatische Schriftsteller Josip Mlakić erklärte gegenüber einem Fernsehsender, der Vorfall sei kein Einzelfall. Seit Jahren, so Mlakić, gebe es Versuche mehrheitlich bosniakisch dominierter politischer Strukturen, kroatische Gemeinden wie die in Gornji Vakuf-Uskoplje unter Druck zu setzen. Er verwies insbesondere auf den aktuellen Konflikt um die geplante Erweiterung des Kohlebergwerks Gračanica im Ortsteil Donja Ričica. Dieses Projekt, getragen von der staatlichen Elektroprivreda BiH, würde nach Angaben kroatischer Vertreter zwischen 600 und 1.000 Menschen aus 64 überwiegend kroatischen Haushalten betreffen. Rund 78 Hektar privaten Landes stünden zur Enteignung an, im Extremfall sogar ein Friedhof. Der kroatische Außenminister Gordan Grlić Radman äußerte sich hierzu kürzlich besorgt und sprach von einer politisch motivierten Zwangsexpropriation. Er informierte den Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt, über den Fall. Schmidt habe zugesagt, die Angelegenheit zu prüfen. Fragile Balance Die Ereignisse rund um den Adventsmarkt und den Bergbaustreit verdeutlichen die fragile ethnische und politische Balance in Zentralbosnien. Während die Föderation Bosnien-Herzegowina formal auf Gleichberechtigung der Volksgruppen beruht, erleben viele lokale Gemeinschaften staatliche Entscheidungen als parteiisch oder selektiv durchgesetzt. Ob die Schließung des Advents in Uskoplje auf formalen Mängeln beruhte oder Ausdruck tiefer liegender politischer Spannungen ist, bleibt vorerst offen. Sicher ist jedoch, dass der Vorfall weit über eine lokal begrenzte Veranstaltung hinausweist – und erneut die ungelösten Fragen des Zusammenlebens in Bosnien-Herzegowina in den Fokus rückt.

Banksy in Dubrovnik: Street-Art trifft Weltkulturerbe

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Dubrovnik, die Perle der Adria, ist diesen Sommer um eine kulturelle Sensation reicher: Inmitten der historischen Altstadt hat eine außergewöhnliche Ausstellung des weltberühmten Street-Art-Künstlers Banksy ihre Tore geöffnet. Vom 1. Juni bis zum 30. November 2025 können Besucher über 70 seiner ikonischsten Werke in der Galerie am Poljana Paska Miličevića 4 bestaunen – ein Ereignis, das nicht nur Kunstliebhaber begeistert. Banksy: Der geheimnisvolle Künstler Kaum ein zeitgenössischer Künstler hat die urbane Kunstszene so geprägt wie Banksy. Mit seinen provokanten, witzigen und zutiefst gesellschaftskritischen Motiven schafft er es seit Jahren, politische Botschaften pointiert auf Mauern und Brücken in aller Welt zu bringen. Obwohl seine Identität bis heute unbekannt ist, hat Banksy längst Kultstatus erreicht. Einblicke in eine rebellische Bildsprache Die Ausstellung in Dubrovnik präsentiert hochwertige Drucke und detailgetreue Reproduktionen von Werken, die ursprünglich auf öffentlichen Flächen entstanden sind – darunter weltbekannte Motive wie „Girl with Balloon“, „Flower Thrower“ oder „Rage, the Flower Thrower“. In einem kuratierten Galerie-Rahmen entfalten die Werke ihre volle Wirkung – ganz ohne den Lärm der Straße, aber mit all der Intensität, für die Banksy bekannt ist. Ein kulturelles Highlight in historischem Ambiente Dass eine solche Ausstellung ausgerechnet im UNESCO-geschützten Herzen Dubrovniks stattfindet, macht sie doppelt besonders. Inmitten von mittelalterlichen Mauern und barocken Palästen trifft hier moderne Protestkunst auf jahrhundertealte Geschichte – ein spannungsvoller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Infos auf einen Blick: Egal, ob du ein Fan von Street-Art bist, moderne Kunst entdecken möchtest oder einfach ein kulturelles Highlight für deinen Dubrovnik-Trip suchst – diese Ausstellung solltest du nicht verpassen.

Heute schreibt Zagreb Musikgeschichte: Marko Perković Thompson spielt vor 500.000 Fans am Hippodrom

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Zagreb, 5. Juli 2025 – Heute erlebt die kroatische Hauptstadt ein musikalisches Großereignis von historischem Ausmaß: Marko Perković Thompson wird am Abend auf der Bühne am Hippodrom Zagreb stehen – vor einem Publikum von rund 500.000 Menschen. Es ist das größte Solo-Konzert, das je ein einzelner Künstler gegeben hat.