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Kroatien schafft die Mautstellen ab: Der letzte Sommer mit langen Schlangen könnte bevorstehen

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Crolibertas soll ab März 2027 die klassische Maut in Kroatien ablösen. Autofahrer sollen Autobahnen künftig ohne anzuhalten passieren können. Kennzeichen und elektronische Geräte übernehmen die Erfassung – das Ende der kilometerlangen Warteschlangen vor den Mautstationen rückt damit näher.

Wer in den Sommermonaten über die kroatischen Autobahnen fährt, kennt das Bild: Die Fahrt in Richtung Adriaküste verläuft zunächst zügig, bis sich kurz vor einer Mautstation die ersten Bremslichter zeigen. Aus wenigen Minuten werden mitunter lange Wartezeiten. Besonders an den großen Reisetagen im Juli und August können sich die Schlangen über Kilometer erstrecken.

Damit soll künftig Schluss sein.

Kroatien steht vor einer grundlegenden Veränderung seines Mautsystems. Das neue elektronische System Crolibertas soll nach den bisherigen offiziellen Planungen am 1. März 2027 vollständig in Betrieb gehen. Die klassischen Mautstellen, an denen Autofahrer heute anhalten, bezahlen und anschließend ihre Fahrt fortsetzen, sollen damit der Vergangenheit angehören.

Freie Fahrt statt Stop-and-go

Das Prinzip von Crolibertas ist denkbar einfach: Fahrzeuge sollen die Autobahn künftig passieren können, ohne an einer Schranke stehen bleiben zu müssen. Stattdessen werden die Fahrzeuge während der Fahrt von digitalen Portalen erfasst.

Dabei kommen unter anderem Kameras zur Erkennung der Fahrzeugkennzeichen zum Einsatz. Je nach gewählter Zahlungsart können außerdem elektronische Geräte zur Identifikation des Fahrzeugs genutzt werden.

Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Maut liegt darin, dass der Verkehr nicht mehr für die Bezahlung unterbrochen werden muss. Die Autobahn bleibt damit tatsächlich eine durchgehende Verkehrsverbindung – auch dort, wo heute noch Mautstationen den Verkehrsfluss bremsen.

Gerade für den internationalen Reiseverkehr könnte das eine spürbare Erleichterung bedeuten. Kroatien ist für Millionen europäischer Urlauber ein klassisches Autoreiseziel. Besonders Reisende aus Deutschland, Österreich, Slowenien und weiteren mitteleuropäischen Ländern nutzen die Autobahnen auf dem Weg zur Adria.

Ein einheitliches System für Kroatiens Autobahnen

Crolibertas soll nicht lediglich eine einzelne Autobahn oder eine bestimmte Mautstrecke modernisieren. Vorgesehen ist vielmehr ein einheitliches nationales System der elektronischen Mauterhebung.

Es soll auf den Autobahnen zum Einsatz kommen, die von den drei großen Betreibern Hrvatske autoceste (HAC), Bina Istra und Autocesta Zagreb–Macelj betrieben werden.

Damit würde erstmals ein gemeinsamer digitaler Ansatz über die unterschiedlichen Autobahnbetreiber hinweg geschaffen. Für Autofahrer soll die Nutzung dadurch einfacher und einheitlicher werden.

Das Projekt ist Teil der umfassenden Digitalisierung und Modernisierung der kroatischen Verkehrsinfrastruktur. Finanziert wird die Einführung des neuen Systems aus Mitteln des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (NPOO).

Was Autofahrer künftig erwartet

Für die Nutzer bedeutet die Umstellung vor allem eines: Sie müssen nicht mehr an einer Mautstation anhalten.

An die Stelle der bisherigen Abläufe tritt ein digitales Verfahren. Das Fahrzeug wird bei der Fahrt erfasst und die anfallende Maut anschließend über das entsprechende System abgerechnet.

Damit verschwindet auch ein vertrautes Bild aus dem europäischen Straßenverkehr: die Auswahl der richtigen Spur an einer Mautstation, das Heranfahren an die Schranke, die Suche nach Bargeld oder Karte und schließlich das Warten, bis sich die Schranke öffnet.

Gerade bei starkem Reiseverkehr können solche Vorgänge den Verkehrsfluss erheblich verlangsamen. Crolibertas soll genau an diesem Punkt ansetzen.

Für Urlauber könnte 2026 der letzte Sommer mit Mautstaus sein

Ob die Einführung tatsächlich zu einem Ende der bekannten Staus führt, wird sich allerdings erst im praktischen Betrieb zeigen. Denn auch ein digitales Mautsystem kann hohes Verkehrsaufkommen nicht beseitigen. Wenn an einem Ferienwochenende Hunderttausende Fahrzeuge gleichzeitig Richtung Küste unterwegs sind, bleiben Engpässe auf den Autobahnen und an Tunnelzufahrten, Brücken oder Grenzübergängen möglich.

Einer der besonders lästigen Gründe für sommerliche Verzögerungen könnte jedoch verschwinden: das Zusammenlaufen des Verkehrs an den Mautstationen.

Für Autofahrer aus Deutschland könnte deshalb der Sommer 2026 eine besondere Bedeutung haben. Wenn Crolibertas wie angekündigt zum 1. März 2027 vollständig in Betrieb geht, wäre es voraussichtlich der letzte Sommer, in dem Reisende auf den kroatischen Autobahnen noch mit den bisherigen Mautstellen und den dort regelmäßig entstehenden Warteschlangen rechnen müssen.

Ein Systemwechsel mit Symbolcharakter

Die Umstellung ist mehr als eine technische Modernisierung. Sie markiert einen grundlegenden Wandel in der Art, wie Kroatien seine Autobahngebühren erhebt.

Die klassische Mautstation stammt aus einer Zeit, in der die Bezahlung unmittelbar am Ort der Nutzung erfolgen musste. Bargeld, Kartenlesegeräte und Schranken bestimmten über Jahrzehnte das Bild europäischer Autobahnen.

Mit Crolibertas wird diese physische Grenze zwischen Straße und Bezahlvorgang aufgehoben. Die Straße bleibt frei befahrbar, während die Erfassung und Abrechnung im Hintergrund digital erfolgen.

Für Kroatien könnte das insbesondere während der touristischen Hochsaison einen erheblichen Unterschied machen. Denn kaum ein anderer Moment macht die Grenzen eines traditionellen Mautsystems so sichtbar wie ein Samstagvormittag im Hochsommer, wenn sich die Urlauberkolonnen vor den Mautstationen stauen.

Der Countdown läuft

Noch müssen Autofahrer allerdings Geduld haben. Bis zur geplanten vollständigen Inbetriebnahme am 1. März 2027 bleibt das bestehende System bestehen.

Der Sommer 2026 dürfte daher noch einmal das bekannte Bild liefern: volle Autobahnen, dichter Reiseverkehr und – je nach Reisetag und Strecke – Wartezeiten an den Mautstellen.

Danach könnte sich die Fahrt durch Kroatien grundlegend verändern.

Wenn der Zeitplan eingehalten wird, könnte 2026 tatsächlich der letzte Sommer sein, in dem Urlauber auf dem Weg zur kroatischen Küste vor einer Mautstation im Stau stehen.

Für Millionen Reisende wäre das vermutlich eine der angenehmsten Veränderungen auf Kroatiens Autobahnen seit Jahren.

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